Privater will im Liebefeldpark ein Restaurant bauen

Köniz

Statt zu investieren, wird die Gemeinde sogar Baurechtszinsen kassieren: Der einheimische Unternehmer René Lanz will im Park auf eigene Rechnung ein ­Restaurant bauen. Sofern ihn das Parlament gewähren lässt.

Heute die Bar Campo, morgen ein Neubau mit einem Restaurant: Im Liebefeldpark soll die Zeit der Provisorien ein Ende haben.

Heute die Bar Campo, morgen ein Neubau mit einem Restaurant: Im Liebefeldpark soll die Zeit der Provisorien ein Ende haben.

(Bild: Andreas Blatter)

Stephan Künzi

Für Anthony Koch und die Brüder Tommaso und Sebastian Etter ist im Moment nur etwas klar: Nach der laufenden Saison können sie mit der Campo-Bar im Liebefeldpark sicher einen Sommer weitermachen.

Ob im um­gebauten Frachtcontainer dann noch ein drittes, viertes oder gar fünftes Jahr möglich sein wird, steht dagegen in den Sternen. Denn gestern kündigte Gemeinderätin Rita Haudenschild (Grüne) an, dass die Zeit der Provisorien, die 2010 mit dem Bistro anfing und heuer in der Bar Campo ihre Fortsetzung fand, ein Ende haben werde. Am gleichen Ort im Park soll ein festes Gebäude für ein fest eingerichtetes Restaurant entstehen, das anders als bisher das ganze Jahr offen ist.

Ermöglichen will es der einheimische Unternehmer René Lanz. Er hat der Gemeinde als Parkbesitzerin angeboten, den geschätzt rund 1,5 Millionen Franken teuren Bau über seine MLG Immobilien AG zu realisieren und dann auch auf eigene Rechnung zu führen. Das Parlament wird im September entscheiden, ob es ihm das dafür notwendige Baurecht gewährt.

Ein altes Versprechen

Bei ihrem gestrigen Auftritt bezeichnete Haudenschild die Partnerschaft mit Investor Lanz als Glücksfall. Nicht einmal so sehr, weil sie der Gemeinde jährliche Einnahmen bringt, die in den ersten fünf Jahren 8000 Franken ausmachen, dann bis zum zehnten Jahr auf 15'000 Franken klettern und sich schliesslich ab dem elften Jahr am Umsatz bemessen.

Vielmehr erinnerte sie an das alte Versprechen des Gemeinderates, es nicht bei der ersten, rund 2,5 Millionen Franken teuren Etappe bewenden zu lassen. Sondern die nur mit dem Nötigsten ausgestattete Anlage in einer zweiten Etappe zu komplettieren, also zu Teich, Ruhebänken und Spielgeräten hinzu auch noch ein Restaurant aufzustellen

Und weil ein Angebot wie jenes von Investor Lanz nicht jeden Tag eintrifft, ist die Gemeinde gar bereit, sich von ihren aktuellen Verpflichtungen freizukaufen. Immerhin ist sie für die Bar Campo mit Koch und den Etter-Brüdern einen Fünfjahresvertrag eingegangen.

Diesen kann sie zwar ab dem dritten Jahr vorzeitig kündigen, allerdings schuldet sie dann eine Entschädigung, weil die drei ihre Investitionen nicht mehr amortisieren könnten. Im dritten Jahr konkret 30'000 Franken, im vierten 15'000 Franken und im fünften noch 7500 Franken.

Es braucht Parkplätze

Noch steht nicht im Detail fest, wie der Neubau aussehen wird. Haudenschild stellte in Aussicht, dass eine breit abgestützte Jury das Projekt begleiten werde, derweil Bernard Pulver als Vertreter der MLG Immobilien AG erklärte: Ihm schwebe ein Pavillon in der Art des Restaurants Schwellenmätteli in Bern vor.

Details zum gastronomischen Konzept im Park nannte Pulver noch keine. Er liess nur durchblicken, dass angesichts der vielen Arbeitsplätze im Quartier der Mittag eine wichtige Rolle spielen werde. Und dass das Lokal auch am Abend nicht nur im Sommer offen sein solle, wenn bei schönem Wetter ohnehin viele Leute herbeiströmen.

Haudenschild ihrerseits wies auf einen Punkt hin, der im Parlament noch zu reden geben wird: Für das Restaurant sollen zulasten des Parks bis zu 12 Parkplätze gebaut werden. Ihren Optimismus vermochte dies allerdings nicht zu dämpfen. Wenn alles gut laufe, werde man schon Anfang Mai 2018 Einweihung feiern können, blickte sie hoffnungsfroh in die Zukunft.

Berner Zeitung

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