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Protest gegen Sonntagsverkauf

Am Donnerstagmittag protestierten die Gewerkschaft Unia und einige Gewerbetreibende der unteren Altstadt gegen die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten.

Ob Geschäfte auch am Sonntag geöffnet sein dürfen, ist umstritten.
Ob Geschäfte auch am Sonntag geöffnet sein dürfen, ist umstritten.
Stefan Anderegg

Rund dreissig Personen versammelten sich am Donnerstag auf dem Münsterplatz und entfalteten vor dem Gebäude der kantonalen Volkswirtschaftdirektion ein Transparent mit der Aufschrift «Finger weg vom Sonntag – Sonntag = Familientag».

Der Protest richtete sich gegen die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten in der unteren Altstadt. Das zur Vernehmlassung stehende Gesetz für Handel und Gewerbe sieht vor, dass die Geschäfte in der Berner Altstadt vom Zytglogge bis zum Bärengraben auch am Sonntag geöffnet haben dürfen. Die geplante Liberalisierung geht auf eine Motion von Grossrats Adrian Haas (FDP) zurück, die das Parlament letzten Herbst überwiesen hatte.

Laut Unia steht das Gesetz im Konflikt mit dem Arbeitsgesetz, das besagt, dass der Sonntag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein arbeitsfreier Tag ist.

«Keine Nachfrage»

Die schriftliche Protestnote gegen die Gesetzesrevision wurde von Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann (SP), der die Delegation auf dem Münsterplatz begrüsste, in Empfang genommen. «Die Mehrheit der Gewerbetreibenden in der Altstadt ist gegen einen Sonntagsverkauf», sagte Muriel Zürcher, Sektionsleiterin Unia Bern, zum Regierungsrat.

Die Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten sei ein Angriff auf die Angestellten. «Das bedeutet für sie längere Arbeitszeiten», meinte Zürcher. Die Geschäftsinhaber würden nämlich keine weiteren Leute anstellen. Nach ausgeweiteten Öffnungszeiten bestehe zudem keine Nachfrage, so Zürcher.

Kaum Ladenbesitzer

Regierungsrat Christoph Ammann sagte den Anwesenden: «Ich danke Ihnen, ich werde Ihre Anliegen in die Regierung einbringen.» Und: «Ich wünsche ­Ihnen viel Kraft mit Ihrem An­liegen.»

Unter den Protestbeteiligten befanden sich übrigens kaum Ladeninhaber aus der Altstadt.

sru

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