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Protest-Campierer wollen vor der BKW bleiben

Einige Dutzend AKW-Gegner wollen ihren Protest vor dem Sitz der BKW in Bern fortsetzen, bis das Atomkraftwerk Mühleberg abgestellt ist. Das haben sie einer Vollversammlung mit rund 50 Teilnehmern bekräftigt, wie sie am Freitag vor den Medien erklärten.

Der Berner Gemeinderat hatte die Campierer am Mittwoch aufgefordert, ihr illegales Zeltlager auf öffentlichem Grund «in den nächsten Tagen» abzubauen. Zugleich zeigte sich die Stadtregierung bereit, eine Mahnwache ohne befestigte Infrastruktur zu bewilligen.

«Man kann unser Camp auch als Mahnwache bezeichnen», erklärte ein Aktivist an der Medienorientierung im Zeltlager. «Auf jeden Fall muss die Mahnwache aus Menschen bestehen und nicht bloss aus einer Skulptur.»

Über die genaue Ausgestaltung wolle man mit der Stadt verhandeln. «Auf jeden Fall bleiben wir vor Ort, bis der Schrottreaktor Mühleberg abgestellt ist.»

Eine lebendige Demokratie brauche Raum für gewaltfreien zivilen Ungehorsam, betonte ein weiterer Aktivist. Die Geschichte lehre, dass genau solche Aktionen zu fortschrittlichem Wandel führten. Das bekannteste Beispiel für zivilen Ungehorsam sei im übrigen die indische Unabhängigkeitsbewegung um Gandhi.

Nause: «Etikettenschwindel»

Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause will den Dialog mit den AKW-Gegnern fortsetzen, wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Schliesslich hoffe er weiterhin auf eine konstruktive und friedliche Lösung.

Eine Mahnwache in Form eines Zeltlagers komme aber nicht in Frage, das sei Etikettenschwindel. Die Sache müsse im Vordergrund stehen, dafür brauche es weder ein Zeltlager noch ein «permanentes Happening».

Die Campierer spielten offensichtlich auf Zeit, sagte Nause. Allerdings sollten sie sich bewusst sein, dass das Verständnis der Bevölkerung für die Aktion zusehends schrumpfen könnte.

Einen kleinen Teilerfolg hatte Nause am Donnerstag erzielt. Auf sein Bestreben hin bauten die Campierer die rund zehn Zelte ab, die sie über Ostern auf der anderen Seite des Viktoriaplatzes errichtet hatten. Nun beschränke sich das Camp wieder auf den ursprünglichen Perimeter, stellte Nause fest.

Weitere Aktionen geplant

Die Campierer ihrerseits kündigten an, ihren Protest gegen die Atomkraft in den nächsten Wochen auszudehnen. So wollen sie im Mai an jedem Donnerstagabend gegen AKWs protestieren. In Vorbereitung seien auch eine Pfingst-Kundgebung in Mühleberg und eine Gedenkminute vor der japanischen Botschaft in Bern.

SDA/tan/met

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