Rauchmelder für das Weltkulturerbe

Die Gebäudeversicherung des Kantons Bern hat das Brandschutzkonzept Casa Segura initiiert. In der unteren Altstadt wurden ­bisher drei Häuser mit ­­­Rauch­meldern ausgestattet.

Ueli Winzenried, Direktor der Gebäudeversicherung des Kantons Bern, erklärt in einem Haus an der Junkerngasse das «Gehirn» des neuen Brandschutzsystems.

Ueli Winzenried, Direktor der Gebäudeversicherung des Kantons Bern, erklärt in einem Haus an der Junkerngasse das «Gehirn» des neuen Brandschutzsystems.

(Bild: Urs Baumann)

Eine konventionelle Brandmeldeanlage in einem Wohnhaus kostet um die 50 000 Franken und generiert jährliche Betriebskosten von 2500 Franken. Das neue, von der Gebäudeversicherung des Kantons Bern (GVB) lancierte Brandschutzkonzept Casa Segura kostet einen Bruchteil: 7000 bis 9000 Franken die Installation, 150 Franken der jährliche Unterhalt.

Casa Segura sei eine ausgereifte technische Lösung, die sich auf ein vernetztes System von Funkrauchmeldern stütze, sagt Theo Bühlmann von der GVB. In einem Haus werden pro Stockwerk ein bis zwei Rauchmelder an die Decke montiert, und im Parterre wird eine elektronische Box installiert. Sobald ein Rauchmelder ein Feuer meldet, ertönt im Haus ein akustisches Signal (Lautstärke ca. 80 Dezibel). Erst wenn mindestens zwei Rauchmelder Feuer melden, wird automatisch von der Steuerungsbox im Parterre die Berufsfeuerwehr alarmiert.

Einfache Montage

Die Montage des Systems ist einfach, da die Rauchmelder und die Steuerbox mittels Funk, also drahtlos, miteinander kommunizieren. Eine kleine Schraube pro Melder genügt, so werde die denkmalgeschützte Bausubstanz nicht beschädigt. Zur Brandschutzinstallation gehört auch ein sogenanntes Schlüsselrohr. In der Nähe des Hauseinganges, zum Beispiel an einem Sandsteinsockel, wird dabei ein Hausschlüssel in eine kleine, verschliessbare Öffnung gelegt.

Die Feuerwehr hat Zugang zu diesem «Schlüsseltresor» und kann so im Brandfall jederzeit ins Haus gelangen. Hinter dem Brandschutzkonzept Casa Segura steht der gleichnamige, neu gegründete Verein mit den beiden Partnern Hauseigentümerverband Bern und kantonale Gebäudeversicherung. Sinn und Zweck ist es, das Unesco-Weltkulturerbe, die Berner Altstadt, zu schützen.

GVB beteiligt sich finanziell

Was 1997 passierte, soll nicht wieder geschehen. Vor 20 Jahren, am 30. Januar, brach in der Junkerngasse ein Feuer aus, das ­lange (90 Minuten) unentdeckt blieb. Es forderte ein Todesopfer und mehrere Verletzte. Die Schadenssumme betrug 25 Millionen Franken. Das Konzept Casa Segura umfasst immer ein ganzes Haus und ist vom Zytglogge bis hinunter zur Nydegg verfügbar.

Die Gebäudeversicherung übernimmt 25 Prozent der Installationskosten. Der Verein bietet für die Hausbewohnerinnen und -bewohner eine Schulung über die Funktionsweise des Systems an. Bisher wurden in der Altstadt drei Häuser mit der neuen Technologie ausgerüstet, je eines an der Post-, der Junkern- sowie der Brunngasse.

Infos: www.casasegura.ch

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt