Rehhag kann zugeschüttet werden

Bern

Die ehemalige Tongrube im Rehhag zwischen Bümpliz und Oberbottigen wird mit Bauschutt gefüllt. Das haben die Stimmberechtigten entschieden. Danach entsteht ein Naturschutzgebiet.

Die Rehhag-Grube in Bümpliz kann aufgefüllt und danach renaturiert werden. Die Stimmberechtigten der Stadt Bern haben die Zonenplan-Änderung mit 59 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen

Die Rehhag-Grube in Bümpliz kann aufgefüllt und danach renaturiert werden. Die Stimmberechtigten der Stadt Bern haben die Zonenplan-Änderung mit 59 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen

(Bild: Raphael Moser)

Klares Ergebnis für ein aus ­ökologischer Sicht umstrittenes Projekt ganz im Westen der Stadt: Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 59 Prozent hiessen die Stimmberechtigten die Zo­nenplanänderung Rehhag gut. Wie bei der Reitschule-Vorlage stimmte auch bei der Rehhag-Grube der Stadtteil Bümpliz-Bethlehem dagegen.

Die stillgelegte Tongrube Rehhag westlich von Bümpliz ist einer der wildesten Naturräume der Stadt, in dem sich ein kleines Eldorado der Artenvielfalt entwickelt hat. Das Volks-Ja bedeutet, dass die Grube, wie im Richtplan vorgesehen, zugeschüttet werden kann.

Allerdings nicht mit unverschmutzter Erde, sondern auch mit Inertstoffen, also Bauschutt. Wenn die Grube aufgefüllt sein wird, will die Stadt darauf ein Naturschutzgebiet einrichten und dieses «langfristig sichern». Etwas salopp formuliert: Was in den letzten Jahren wild entstanden ist, wird die Stadt nach erfolgter Befüllung ­organisiert wiederherstellen.

Top-Destination für Frösche

Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) gab sich gestern erleichtert, dass mit dieser Abstimmung nun ein 16-jähriger Planungsmarathon zu Ende gehe. Er verhehlte nicht, dass man aus grüner Sicht die Zuschüttung der Grube auch bedauern könne.

Allerdings spreche eine «ökolo­gische Gesamtbeurteilung» klar für die jetzt vom Volk unterstützte Variante. Denn: «Die Stadt kann nun ihre Verantwortung bei der Entsorgung von Bauabfällen wahrnehmen», so von Graffenried, und weil die Grube in Stadtnähe liege, würden lange Transportwege vermieden.

Naturschutz sei aber für den Gemeinderat ein Topthema. Die Stadtverwaltung werde das nach der Auffüllung neu entstandene Gebiet pflegen und sich dafür einsetzen, dass es in die definitive Liste der Amphibien-Laichgebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen werde.

jsz

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