Rennorganisator besetzt Berner Restaurants für VIP-Gäste

Die Restaurants im Umkreis der Strecke sind für die Öffentlichkeit am Renntag nicht zugänglich.

«Geschlossene Gesellschaft»: Auch das Restaurant im Alten Tramdepot direkt neben der Strecke wurde vom Rennorganisator gemietet.

«Geschlossene Gesellschaft»: Auch das Restaurant im Alten Tramdepot direkt neben der Strecke wurde vom Rennorganisator gemietet.

(Bild: Valerie Chetelat)

Am Samstag in einer Woche gastiert die Formel E in Bern – und das werden alle Berner Gäste spüren, selbst wenn sie nichts für Motorsport, sondern nur etwas für gutes Essen und Wein übrighaben. Denn für all diejenigen, welche an dem Tag gerne im Umkreis der Rennstrecke und des Bärengrabens in einem der Restaurants einkehren wollen, gilt: Einen Tisch zu ergattern, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Altes Tramdepot, Brasserie Bärengraben, Klösterli-Weincafé, Casa Novo, Brasserie Obstberg – sie alle wurden von ein und demselben Kunden für geschlossene Gesellschaften gemietet, wie die Restaurants auf Anfrage mitteilen: von der Rennveranstalterin Swiss E-Operations AG.

Selbst BMW wurde die Tür vor der Nase zugeknallt. Laut einem involvierten Mitarbeiter wollte sich der Partner des Formel-E-Rennens das Restaurant Rosengarten exklusiv für seine eigene Kundschaft sichern, um ihr die beste Sicht auf das Rennen und die Berner Altstadt bieten zu können. Vergeblich. Auch hier war die Rennveranstalterin schneller. «Geschlossene Gesellschaft», teilt der Rosengarten auf Anfrage mit.

Weitere Lokale wurden von Formel-E-Sponsoren auf eigene Faust gebucht, wie etwa das Restaurant Schöngrün, welches am Samstagmittag exklusiv nur geladenen Gästen des Hauptsponsors ABB offen steht.

Restaurantzugang zentral

Die Rennveranstalterin bestätigt, die Restaurants im Perimeter der Rennstrecke für ihre Kunden gemietet zu haben. Kunden würden dort empfangen und könnten sich dort den ganzen Renntag über verpflegen, sagt Mediensprecher Stephan Oehen. «Die Restaurants spielen in unserem Hospitality-Konzept eine zentrale Rolle.»

Der Verkauf der Hospitality-Tickets ist eine der Haupteinnahmequellen der Rennveranstalterin aus Zürich, wie Oehen bestätigt. Der Exklusivzugang zum Restaurant und der Sitzplatz in der Hospitality-Loge am Bärengraben seien für rund 1000 Franken zu haben. Dazu könnten Firmen noch Zusatzleistungen buchen für ihre Gäste wie etwa den Besuch der Fahrzeugboxen. «Wir sind nahezu ausgebucht. Über unsere Website stehen nur noch einzelne Kontingente zur Ver­fügung», sagt Mediensprecher Oehen.

Angesprochen auf die exklusiv gemieteten Restaurants verweist der Mediensprecher auf den Profit, welchen Hotels und Restaurants dank dem Rennen einfahren. «Und nicht nur die Renntouristen generieren Umsatz. Die ganzen Rennteams reisen bereits nächste Woche aus dem Ausland an – insgesamt sicher über tausend Personen», sagt Oehen. (bit)

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