Rosshäusern

Rosshäuserntunnel der BLS ist eingeweiht

Rosshäusern Nach sechsjähriger Bauzeit hat die BLS am Samstagmorgen den Rosshäuserntunnel im Westen Berns eingeweiht. Der Tunnel verkürzt die Reisezeit auf der Linie Bern-Neuenburg.

Die Strecke zwischen Rosshäusern und Mauss ist dank dem neuen Tunnel um 300 Meter kürzer und nimmt 90 Sekunden weniger Zeit in Anspruch.

Die Strecke zwischen Rosshäusern und Mauss ist dank dem neuen Tunnel um 300 Meter kürzer und nimmt 90 Sekunden weniger Zeit in Anspruch. Bild: Marcel Bieri/Keystone

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Der Tunnel gehört zu einer doppelspurigen Neubaustrecke, welche die bisherige Strecke zwischen Rosshäusern und Mauss ersetzt. Diese ist eingleisig, kurvig und kann mit maximal Tempo 90 befahren werden.

Die neu weitgehend begradigte Strecke durch den Tunnel ist 300 Meter kürzer als die alte und die Züge befahren sie mit Tempo 160. Der Zeitgewinn beträgt zwar nur 90 Sekunden. Wegen der neuen Doppelspur wird aber für die BLS der Betrieb einfacher: Die Verspätung eines Zugs wirkt sich wegen der grösseren Flexibilität bei Doppelspurstrecken weniger schnell auf das ganze Netz aus.

Die Pünktlichkeit steigt somit. Auch kann die BLS ab Dezember 2018 auf zwei Berner S-Bahn-Linien neue Halte einführen, wie BLS-Mediensprecher Stefan Dauner diese Woche auf Anfrage sagte. Mit dem neuen Tunnel erspart sich die BLS ausserdem die Sanierung der Einspurstrecke mit dem heutigen, über 100-jährigen Rosshäuserntunnel.

Unfall, Verzögerung und Mehrkosten

Rund 265 Millionen Franken lassen sich BLS, der Bund sowie die Kantone Bern, Freiburg und Neuenburg den 3,7 Kilometer langen Doppelspurausbau zwischen Rosshäusern und Mauss kosten. In diesem Betrag ist der Bau des Tunnels und die Erneuerung des Bahnhofs Rosshäusern inbegriffen.

Der Bau des Tunnels dauerte achtzehn Monate länger als geplant. Grund dafür waren unerwartete Probleme mit einer geologischen Störzone. Das Gestein in dieser Zone war sehr brüchig. Ein Arbeiter starb im September 2013, als ihm ein Stein auf den Kopf fiel.

Wegen dieses Unfalls und der Störzone stellte die BLS gut einen Monat nach dem Unfall die Tunnelbohrungen ein. Mit einer neuen Vortriebsmethode und dem Vortrieb von beiden Seiten statt nur von Osten her wurden die Bauarbeiten schliesslich im Januar 2013 fortgesetzt. Die Kosten stiegen von 200 auf 265 Millionen.

Fest - und ein weiteres Grossprojekt

Das Berner Bahnunternehmen feiert die Eröffnung mit einem öffentlichen Fest. Auf dem Programm stehen eine Extrafahrt mit dem historischen «Blauen Pfeil» für geladene Gäste, Ansprachen, musikalische Unterhaltung und eine Zugstaufe.

Schon bald beginnt die BLS mit einem weiteren Grossprojekt: Der Sanierung des markanten Eisenbahnviadukts über die Saane zwischen Mauss und Gümmenen. Der denkmalgeschützte Viadukt aus dem Jahr 1901 wird gleichzeitig auf Doppelspur ausgebaut. Fernziel der BLS ist Doppelspur auf der ganzen Linie zwischen Bern und Neuenburg. (ske/sda)

Erstellt: 25.08.2018, 08:13 Uhr

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