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Rot-Grün wehrt sich gegen Rasen

Die Worber Fussballer kicken vielleicht schon bald statt auf Gras auf einem Kunstrasen. Weil dessen Einbau bei der Gemeindesportanlage Worbboden rund 2 Millionen Franken kostet, regt sich Widerstand.

Die Löcher im Rasen des Fussballfelds im Worbboden sollen ab Frühling 2011 der Vergangenheit angehören. Der Gemeinderat will einen Kunstrasen einbauen.
Die Löcher im Rasen des Fussballfelds im Worbboden sollen ab Frühling 2011 der Vergangenheit angehören. Der Gemeinderat will einen Kunstrasen einbauen.
Andreas Blatter

Seydou Doumbia und Marco Wölfli stehen auf Kunstrasen: zumindest wenn die YB-Spieler im Stade de Suisse zum Einsatz kommen. Gehts nach dem Gemeinderat von Worb, sollen ab Frühling 2011 auch die Fussballerinnen und Fussballer des Sportclubs Worb und der Femina Kickers auf Kunstrasen spielen. Dies zwar nicht im Stade de Suisse, aber auf dem heimischen Fussballplatz beim Schulhaus und der Sporthalle Worbboden.

Vom Wetter abhängig

Die 32 Mannschaften mit rund 550 Aktiven trainieren heute neben der Anlage im Worbboden auch im Niederhaus sowie bei den Schulanlagen Wyden und Rüfenacht. Der Gemeinderat ist jedoch der Ansicht, dass die Infrastruktur für die Fussballer ungenügend ist. Deshalb will er auf dem Fussballplatz im Worbboden den Naturrasen durch einen Kunststoffrasen ersetzten. Geschätzte Kosten: 1,96 Millionen Franken. Das Projekt wird am 12.Oktober im Worber Ortsparlament behandelt.

Dass ein Kunstrasenspielfeld verschiedene Vorzüge mit sich bringt, davon ist der Gemeinderat überzeugt. So wird das neue Fussballfeld praktisch ganzjährig bespielbar sein. Denn trotz Regen sollten sich auf dem Kunstrasen keine Pfützen mehr bilden.

Die Gemeinde muss die 2 Millionen Franken nicht alleine bezahlen. Der Sportclub Worb und die Femina Kickers beteiligen sich mit 150'000 Franken an den Kosten. Zudem wird mit einem Beitrag aus dem kantonalen Sportfonds von rund 376'000 Franken gerechnet.

Rot-grüner Widerstand

Während der Gemeinderat und die Fussballer das Projekt begrüssen, machen die Grünen sowie die SP keine Freudensprünge. Sie stossen sich angesichts der angespannten Worber Finanzlage besonders an den hohen Kosten. Grüne-Parteipräsidentin Barbara Rebsamen kündet denn auch für die Debatte im Rat einen Rückweisungsantrag an. Das Projekt sei intransparent, und die Kosten seien schlecht zusammengestellt. Rebsamen vermisst insbesondere eine Zusammenstellung der Entsorgungskosten. «Alle fünfzehn Jahre muss der Kunstrasen ersetzt und der Gummi rezykliert werden. Das kostet jedes Mal 500'000 Franken», erklärt sie. Neben ökonomischen sprechen laut Rebsamen auch ökologische Gründe gegen einen Kunstrasen.

Nicht dringend

Als «zu teuer» und als «nicht dringend» bezeichnet SP-Co-Präsident Christoph Moser den Kunstrasen. Im Hinblick auf die grossen Investitionen in die Sportanlagen Hofmatt und in den Hochwasserschutz eile dieses Projekt nicht. «Wenn wir auf den Kunstrasen verzichten, kann die Gemeinde viel sparen», ist Moser überzeugt. «Zudem wissen wir nicht, wie sich die Wirtschaftskrise in den kommenden Jahren auf unsere Finanzen auswirkt.» Die SP-Fraktion wird am kommenden Mittwoch das Geschäft beraten. Ebenfalls am Mittwoch bilden sich SVP und FDP eine Meinung.

Viele profitieren

FDP-Präsidentin Maja Widmer geht nicht davon aus, dass ihre Partei das Projekt ablehnen wird. Denn der FDP gehören einige begeisterte Fussballer an. «Von diesen Investitionen profitieren nicht einzelne Personen, sondern eine grosse Gruppe Worberinnen und Worber», erklärt sie.

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