Rümligen stimmt in Kirchenthurnen für die Fusion mit Riggisberg

Rümligen

Eine Gemeinde verschwindet, Rümligen dürfte bald zu Riggisberg gehören. Beide Gemeindeversammlungen stimmen dem Zusammenschluss zu. Nun fehlt noch der letzte Schritt.

Das Schloss Rümligen dürfte bald auf Riggisberger Gemeindegebiet stehen.

Das Schloss Rümligen dürfte bald auf Riggisberger Gemeindegebiet stehen.

(Bild: Andreas Blatter)

Johannes Reichen

Normalerweise finden Rümliger Gemeindeversammlungen im Handarbeitsraum der Schule statt. Nicht so am Donnerstagabend. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger trafen sich im Exil für einen wegweisenden Fusionsentscheid. Denn das Kirchgemeindehaus von Kirchenthurnen ist grösser als das Rümliger Schulzimmer. Die 46 anwesenden Stimmberechtigten füllten den Saal aber nur zur Hälfte.

Sie werden sich an längere Wege gewöhnen müssen. Ab 2021 werden sie wohl nach Riggisberg zur Gemeindeversammlung reisen. Denn die Anwesenden hiessen die Fusion mit der Nachbargemeinde im Grundsatz mit 33 Ja gegen 12 Nein gut. Dies in geheimer Wahl, denn so hatte es ein anwesender Fusionsgegner verlangt. Dafür war ein Viertel der Stimmen nötig, was hauchdünn erreicht wurde.

Die Vorteile überwiegen

Eindeutige Verhältnisse herrschten in Riggisberg. Dort standen 72 Ja- 0 Nein-Stimmen gegenüber. Die Vorteile einer Fusion überwiegten klar, sagt Gemeindepräsident Michael Bürki (SVP): «Wir können unsere Dienstleitungen und das Schulangebot verbessern.» Zudem werde die Gemeinde als Arbeitgeberin attraktiver. Der definitive Fusionsentscheid fällt im Sommer 2020.

So richtig geheim war die Abstimmung in Rümligen am Ende wohl doch nicht. Denn womöglich stimmten genau jene zwölf Personen gegen die Fusion, welche die geheime Abstimmung befürwortet hatten. Warum sie dagegen sind? «Wir zahlen freiwillig mehr Steuern», sagte ein Mann. Heute liegt der Steuerfuss bei 1,75, in Riggisberg bei 1,82, in der fusionierten Gemeinde dürften es 1,80 Einheiten sein. Und mit dem Gewinn der Rechnung 2018 von über 300'000 Franken erhalte Riggisberg «ein schönes Geschenk».

Er erwarte von den Gegnern, dass sie sich in der Gemeinde engagierten, falls es nicht zur Fusion komme, sagt ein Befürworter. Denn es ist klar: Die Behördenmitglieder fehlen an allen Ecken und Enden. «Es ist schon Jahrzehnte her, dass wir mehr Personen als Sitze zur Auswahl hatten», sagte Gemeindepräsident Martin Studer (SP). Er sieht mehr Chancen als Risiken: «Wir können die Dienstleistungen ausbauen und uns als Gemeinde besser positionieren.»

Von der Gürbe zum Gurnigel

Die Zweierfusion ist das Überbleibsel einer grösseren ldee, die 2013 von Riggisberg lanciert wurde. Damals waren neun Gemeinden in der Region Längenberg und Gürbetal involviert. Nun bahnt sich in der Nachbarschaft aber noch eine weitere Fusion von Mühlethurnen, Kirchenthurnen und Lohnstorf an.

Die fusionierte Gemeinde Riggisberg wird rund 3000 Einwohner zählen und von der Gürbe bis zum Gurnigel reichen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt