Zum Hauptinhalt springen

Rund 300 Sans-Papiers leben in Bern

Die Behörden schätzen, dass in der Stadt Bern rund 300 Sans-Papiers leben. Im Jahr 2017 erhielten 15 Härtefälle das Bleiberecht.

Es ist unklar, wie viele Sans-Papiers in der Schweiz leben. Eine Studie aus dem Jahr 2015 nannte die Zahl von 76'000 Personen.
Es ist unklar, wie viele Sans-Papiers in der Schweiz leben. Eine Studie aus dem Jahr 2015 nannte die Zahl von 76'000 Personen.
Keystone

Der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet (FDP) hat am Dienstag die Diskussion um Sans-Papiers neu entfacht: Unter seiner Ägide hat die Stadt Genf im Rahmen der Aktion Papyrus 1100 Sans-Papiers das Bleiberecht erteilt. Maudet forderte, dass das Genfer Modell auf die ganze Schweiz übertragen wird.

Davon hält man in der Stadt Bern wenig. Alexander Ott, Polizeiinspektor und Leiter der Fremdenpolizei der Stadt Bern, hält dazu fest: «Eine Aktion wie Papyrus brauchen wir in der Stadt Bern nicht. Das Modell passt gar nicht zu Bern.» Die Stadt Bern habe seit vielen Jahren ein System, um Härtefalle bei den Sans-Papiers zu erfassen.

Dabei arbeite man eng mit der Sans-Papiers-Stelle in der Stadt Bern zusammen. «Bei uns gehen jedes Jahr rund 25 Gesuche von dieser Stelle ein. Bei diesen prüfen wir, ob ein Härtefall vorliegt», so Ott. Im Jahr 2017 beispielsweise habe man 15 Gesuche bewilligt, 3 seien hängig, und 7 erfüllten die Härtefallkriterien nicht.

Aufenthalt von zehn Jahren

Die Härtefallkriterien richten sich nach den geltenden Weisungen des Staatssekretariats für Migration (SEM). Unter anderem müssen die Gesuchsteller sich seit mehr als zehn Jahren in der Schweiz aufhalten. Eine weitere Bedingung ist, dass sie in dieser Zeit für ihren Unterhalt aufgekommen sind und ­sozial integriert sind. Zudem dürfen sie sich nicht straffällig ­gemacht haben.

Die Fremdenpolizei der Stadt Bern prüft die Gesuche nach den Härtefallkriterien und unterbreitet sie danach dem Staats­sekretariat für Migration zum Entscheid. Stimmt das SEM zu, bekommen die Sans-Papiers eine humanitäre Aufenthaltsbewilligung.

Kontrollen bleiben wichtig

Maudet wie Ott räumen ein, dass die Legalisierung von Sans-Papiers zu einer Sog­wirkung auf ­andere Ausländer führt. Doch für Ott ist es entscheidend, dass die Behörden gezielt gegen Schwarzarbeit vorgehen: «Die Stadt führt sogenannte Verbundkontrollen durch, an denen sich verschiedene Behörden beteiligen. So können wir effizient Missstände im Bereich der Schattenwirtschaft aufdecken», betont er.

Es ist unklar, wie viele Sans-Papiers in der Schweiz leben. Eine Studie aus dem Jahr 2015 nannte die Zahl von 76'000 Personen. «Genaue Zahlen gibt es auch für die Stadt Bern nicht. Wir gehen davon aus, dass sich rund 300 ausländische Personen irregulär hier aufhalten», sagt Polizei­inspektor Alexander Ott.

(rag)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch