Schanzenbrücke muss wegen Tram ersetzt werden

Bern

Die Schanzenbrücke ist für das geplante Tram ins Berner Länggassquartier zu ­wenig stabil. Die Stadt plant deshalb einen Neubau.

Die Schanzenbrücke über die SBB-Gleise ist zu schwach für die geplanten Trams in die Länggasse.

Vor zehn Tagen orientierten Kanton und Stadt Bern über den neusten grossen Wurf in der Bundeshauptstadt: Ab 2035 soll ein Tram die chronisch überlastete Buslinie 12 zwischen Bahnhof und Länggasse ersetzen. Eine Zweckmässigkeitsbeurteilung des Kantons kam zu diesem Schluss.

So mancher dürfte ob der grob geschätzten Kosten von 100 Millionen Franken für die knapp ein Kilometer lange Strecke leer geschluckt haben. Zum Vergleich: Das Bauprojekt fürs ebenfalls neue Tram nach Ostermundigen ist mit rund 264 Millionen Franken veranschlagt – bei einer Strecke von 4,2 Kilometern. Nun ist klar, was ein starker Kostentreiber sein wird: Es ist die in die Jahre gekommene Schanzenbrücke, welche über die Gleise des Hauptbahnhofs führt. Diese vermag offenbar den schweren Trams nicht standzuhalten.

Bahnverkehr nicht tangieren

«Wir gehen heute davon aus, dass wir die Schanzenbrücke abreissen und durch eine neue Brücke ersetzen müssen», bestätigte Karl Vogel, Berns Chef-Verkehrsplaner, am Donnerstag gegenüber der Zeitung «Der Bund». Dieses Vorhaben gestaltet sich äusserst komplex. Zum einen kommt dem Brückenbau der Bahnverkehr der SBB in die Quere. Denn dieser darf durch die Bauarbeiten nicht beeinträchtigt werden.

Des Weiteren müsste während des Neubaus auf der Schanzenstrasse eine provisorische Brücke installiert werden, um die wichtige Verbindung Bahnhof-Länggasse aufrecht zu erhalten, wie Karl Vogel im Artikel weiter mitteilt.

Noch viele Hürden

Bis im Sommer durchläuft die Tram-Idee noch die politische Mitwirkung. Weiter peilt die Stadt Bern das Jahr 2020 an, um das Projekt ins Agglomerationsprogramm des Bundes einzubringen. Und schliesslich wird es die Berner Bevölkerung sein, die das letzte Wort zu sagen hat. Bis das Länggass-Tram realisiert werden kann, gilt es also noch einige Hürden zu nehmen. Mit dem aufwendigen Brückenneubau dürften diese nicht minder hoch werden.

mib

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