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Schneewittli und die rappenden Zwerge

Die Junge Bühne Bern hält sich bei «Schneewittli & Co.» dramaturgisch streng an die Vorlage der Gebrüder Grimm. Alles andere ist aber anders, aufgekratzt und laut. Genuss für Papa, kein Muss für kleine Mädchen.

Einer der sieben Zwerge im Kindertheater «Schneewittli & Co.», einer Aufführung der Jungen Bühne Bern.
Einer der sieben Zwerge im Kindertheater «Schneewittli & Co.», einer Aufführung der Jungen Bühne Bern.
Kaspar Rechsteiner

Mit dem Theater war die Sache so: Es gab Chaschperli. Und Chaschperli. Und sonst nichts. Wenn Mama am Abend ins Theater ging – «Der zerbrochene Krug» –, fragte Johanna (fast 5): «Und wann kommt jetzt Mama vom Chaschperli heim?» Carla (6) weiss besser Bescheid. Im Theater der Jungen Bühne Bern war sie mal mit der Kita, Johannas Zwillingsschwester Eleni ist auch dabei, sie kennt Schneewittli auswendig wie ihre beiden Schwestern. In den letzten Ferien war eine CD der grimmschen Märchen mit im Auto, man fuhr weite Strecken, Schneewittchen nochmals von vorne, jeden Tag. Das hilft den jüngeren beiden, den Zwillingen, nun enorm, sich im aufgekratzten Bühnengeschehen zu orientieren. «Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?» So heisst es bei Grimm, das können sie auswendig, samt Fortsetzung. Hier auf der Bühne faucht Frau Königin den Spiegel an: «Bin i di Schönscht?» Staucht ihn zusammen: «Bin i di Schönscht?» Dann umtänzelt sie ihn, flötet ihm zu: «Bin i nid sssexy?»

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