Schnegg will Zweisprachigkeit fördern

Die Regierung will in den nächsten Jahren bis zu 30'0000 Franken zur besseren Förderung der Zweisprachigkeit investieren. So wird etwa ein zweisprachiger Kulturpreis geprüft.

«Es gibt aber bessere Möglichkeiten als Gesetze, um die Zweisprachigkeit zu fördern», sagt Pierre Alain Schnegg (SVP), Präsident der Juradelegation des Regierungsrates. (Archivbild/Franziska Scheidegger)

«Es gibt aber bessere Möglichkeiten als Gesetze, um die Zweisprachigkeit zu fördern», sagt Pierre Alain Schnegg (SVP), Präsident der Juradelegation des Regierungsrates. (Archivbild/Franziska Scheidegger)

Sandra Rutschi

Mit seiner Zweisprachigkeit nimmt Bern als Bundesstadtkanton eine wichtige Brückenfunktion zwischen der Romandie und der Deutschschweiz ein. Künftig soll Bern noch stärker zum Bindeglied werden. Der Regierungsrat hat 26 Massnahmen beschlossen, mit denen er die Zweisprachigkeit fördern will.

Geplant sind insbesondere Massnahmen im Bildungsbereich: So soll die Erziehungsdirektion ihre Sprachaustauschprogramme ausbauen. Weiter soll sie zweisprachige Unterrichtsangebote fördern und sie insbesondere auf der Sekundarstufe II erweitern. Es sollen Berufsbildungsangebote entstehen, bei denen die Lernenden in der Praxis die Möglichkeit haben, zweisprachig zu arbeiten.

Massnahmenplan für Spitäler

Die Gesundheitsdirektion soll einen Massnahmenplan erarbeiten, wie die Zweisprachigkeit in den Spitälern gewährleistet werden kann. Mit Ausbildungsangeboten soll sie die Sprachkompetenz des Spitalpersonals verbessern.

300'000 Franken ab 2022

Die fürs Personal zuständige Finanzdirektion wird jährlich eine Statistik veröffentlichen, in welchen Gehaltsklassen das Personal welche Sprachen spricht. Sie soll den Anteil der französischsprachigen Mitarbeitenden erhöhen. In Geschäftsprozessen plant der Kanton Bern künftig die Übersetzung systematisch ein.

Auch ein Amtssprachengesetz soll dereinst vor den Grossen Rat kommen. «Es gibt aber bessere Möglichkeiten als Gesetze, um die Zweisprachigkeit zu fördern», sagt Pierre Alain Schnegg (SVP), Präsident der Juradelegation des Regierungsrates. Er verweist auf ein anderes Gleichstellungsthema: «Wer Frauen fördern will, muss Frauen anstellen.» Schneggs Ämter werden vor allem von Frauen geleitet.

«Wir haben uns auf Massnahmenkonzentriert, die mit kleinen Mitteln umsetzbar sind und die eine rascheWirkung haben können.»Pierre Alain SchneggPräsident der Juradelegation des Regierungsrates

Nächstes Jahr will die Regierung 100'000 Franken in diese Massnahmen stecken, 2021 sollen es 200'000 Franken sein. Für die nächsten beiden Jahre sind je 300'000 Franken vorgesehen.

Die 26 Massnahmen gehen zurück auf den Bericht einer Expertenkommission, welche die Zweisprachigkeit im Kanton Bern untersucht hat. Sie gab letztes Jahr 46 Empfehlungen ab, wie der Kanton künftig besser mit seiner Zweisprachigkeit trumpfen könnte.

Ein Prozess von mehreren Jahren

Laut Schnegg hat sich die Regierung vor allem auf Massnahmen konzentriert, die «mit kleinen Mitteln innert vernünftiger Zeit umsetzbar sind und die eine rasche Wirkung haben können». Er räumt ein, dass die Förderung der Zweisprachigkeit sich über mehrere Jahre hinweg ziehen wird und dass ständig neue Fragestellungen auftauchen werden.

Wie viel Geld der Kanton Bern zurzeit in seine Zweisprachigkeit investiert, kann Schnegg nicht beziffern. Vieles laufe über den normalen Budgetprozess und über Förderprogramme, deshalb sei das schwierig zu berechnen.

Zweisprachiger Kulturpreis und Jobtausch

Einige Massnahmen, welche die Regierung vorschlägt, sind erst als Prüfaufträge formuliert und noch nicht konkret, etwa die Schaffung eines zweisprachigen Kulturpreises oder Jobtauschs in Unternehmen.

«Bei vielen solcher Massnahmen müssen wir zuerst mit unseren Partnern diskutieren, ob überhaupt das Bedürfnis vorhanden ist», erklärt Pierre Alain Schnegg. Beim Jobtausch von Firmen etwa gehe es darum, herauszufinden, in welchen Branchen ein solcher allenfalls Sinn ergeben würde.

Berner Zeitung

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