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Schwarzwasser-Arena: Stadion-Projekt ist auf Eis gelegt

Das Projekt für die überdachte Eisbahn bei der Schwarzwasserbrücke harzt. Grund ist ein Stück Land, das die Gemeinden Schwarzenburg und Köniz noch kaufen müssen. Ihr Angebot ist dem Eigentümer aber zu wenig.

Ob die veraltete Kunsteisbahn Schwarzwasser dereinst durch eine überdachte Arena ersetzt wird, ist ungewiss. Foto: Adrian Moser
Ob die veraltete Kunsteisbahn Schwarzwasser dereinst durch eine überdachte Arena ersetzt wird, ist ungewiss. Foto: Adrian Moser

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da war die Zuversicht bei Thomas Scheuner gross. Soeben hatte er gegenüber dieser Zeitung neuste Details zum geplanten Eisbahnprojekt bei der Schwarzwasserbrücke preisgeben können, etwa das nun feststehende Kostendach. «Die Arena darf nicht mehr als 15 Millionen Franken kosten», resümierte der Präsident des EHC Schwarzenburg und treibende Kraft beim Umbauprojekt. Er hoffe, dass die Arena 2022 stehe. «Allerspätestens.» Alle würden darauf warten, dass es vorwärtsgehe.

Jetzt, ein Jahr später, warten Scheuner und seine Mitstreiter immer noch. Das Einzige, was sich seither getan hat, betrifft den Namen des Eisstadions, das dereinst die marode Schlööf an der Gemeindegrenze zwischen Köniz und Schwarzenburg ersetzen soll. Es wird nicht wie ursprünglich angedacht Gantrisch-, sondern Schwarzwasser-Arena heissen. Ansonsten sei alles beim Alten, «parat im Köcher», wie es Scheuner nennt.

«Kein Durchbruch in Sicht»

Warum kommt das Projekt, dessen Dringlichkeit die Verantwortlichen seit Jahren betonen, nicht vom Fleck? Der Grund ist ein Deal, über den seit Monaten hartnäckig, bisher aber ohne Einigung verhandelt wird. Es geht um die Fläche neben der heutigen Eisbahnbeiz. Dort soll es – neben dem dereinst überdachten Feld – noch ein zweites, offenes Eisfeld geben. Das Stück Land gehört der Zbinden Transporte AG. Diese hat sich schon vor einiger Zeit dazu bereit erklärt, ihren Standort zu verlassen und das Areal an die Gemeinden Schwarzenburg und Köniz als Eisbahn-Eigentümerinnen zu verkaufen.

«Wir stehen in Kaufverhandlungen mit dem Transport­unternehmen», bestätigt Andreas Kehrli, Gemeinderat von Schwarzenburg. Zum Betrag will er sich nicht äussern. Laut Kehrli sind die Verhandlungen zwar noch nicht abgeschlossen, man sei aber «auf dem Weg zu einer Kompromissfindung».

Bei der Zbinden Transporte AG tönt es etwas anders. «Wir sind bisher nicht weitergekommen», sagt Geschäftsführer Rolf Zbinden. Die Verhandlungen liefen schon seit dem Frühling. Auch er will keinen Betrag nennen.

Fakt ist: Was ihm die beiden Gemeinden anbieten, entspricht nicht dem, was er verlangt – und laut Zbinden auch nicht der Schätzung, die er veranlasst hatte. «Zum angebotenen Preis kann ich mein Land nicht abgeben», sagt er. Denn es gehe nicht nur um den Boden an und für sich. Auch eine Werkstatt samt Büro sowie eine Einstellhalle würde er abtreten, dazu kommt ein weiteres Gebäude mit allerlei Technik für die Eisbahn. Zbinden sagt jedenfalls: «Im Moment ist kein Durchbruch in Sicht.»

Stimmvolk muss zustimmen

Für die Schwarzwasser-Arena bedeuten die harzigen Verhandlungen weitere Verzögerungen. Denn selbst wenn sich die Gemeinden mit Zbinden einig werden sollten, wäre damit der Bau noch nicht garantiert. In Schwarzenburg müssten zuerst noch die Stimmberechtigten per Gemeindeversammlung dem Landkauf zustimmen, in Köniz das Parlament. Spätestens dann würde die Öffentlichkeit auch vom Kaufpreis erfahren, über den sich die verhandelnden Parteien derzeit noch ausschweigen.

Für Thomas Scheuner von der Projektgruppe ist bis dahin Warten angesagt, auch wenn er sich gerne schon auf Investorensuche gemacht hätte. «Sie beginnt aber erst, wenn der Landkauf gesichert ist», so der Hockeyaner. Zur angestrebten Arenaeröffnung 2022 sagt er mittlerweile: «Das ist nicht mehr ganz realistisch.» Man wolle sich nun Zeit lassen, aber es sei klar: «Wir sind langsam etwas ungeduldig.»

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