Schwerer Zugunfall nach sechs Jahren geklärt

Boll

Untersuchung abgeschlossen: Örtliche Umstände und starker Regen seien die Gründe, weshalb im Mai 2013 im Bahnhof Boll eine Frau unter einen RBS-Zug geraten war.

Um Perrons zu wechseln, muss am Bahnhof Boll-Utzigen ein Gleis überquert werden.

Um Perrons zu wechseln, muss am Bahnhof Boll-Utzigen ein Gleis überquert werden.

(Bild: Archiv/Andreas Blatter)

Der Hergang eines schweren Unfalls im Bahnhof Boll-Utzigen vom Mai 2013 ist geklärt. Eine Fussgängerin wurde damals verletzt, als sie auf dem Gleis von einem losfahrenden RBS-Zug erfasst wurde.

Die Frau war im Zug nach Boll-Utzigen gefahren, schreibt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) in ihrem am Montag publizierten summarischen Bericht. Auf Perron 2 stieg die Frau aus. Um auf die andere Seite zu gelangen, musste sie Gleis 1 überqueren, wo der Zug Richtung Bern stand.

Da er sich nicht bewegte, begab sie sich aufs Gleis. In dem Moment startete der Zug und erfasste die Frau. Laut der Sust hatte der Lokführer zuvor bei starkem Regen nach Personen auf dem Gleis Ausschau gehalten, aber niemanden gesehen und deshalb den Zug in Bewegung gesetzt.

Die Sust weist auf die besondere Situation am Bahnhof Boll-Utzigen hin, wo die Züge von beiden Seiten gleichzeitig einfahren. Gemäss Fahrplan kreuzen sich viertelstündlich zwei Züge. Um vom einen Perron aufs andere zu gelangen, müssen die Passagiere ein Gleis überqueren. Besondere Aufmerksamkeit sei also bei Passagieren und Lokführern geboten, macht die Sust deutlich.

Nichtsdestotrotz habe es zwischen 2012 und 2018 in diesem Bahnhof keinen weiteren Personenunfall gegeben, schreibt die Sust. Und nun werde die gefährliche Grundsituation bekanntlich eliminiert. Bis 2021 wird der Bahnhof um rund 100 Meter südwärts verlegt und die Streckenführung angepasst.

Einen weiteren Handlungsbedarf sieht die Sust nicht. Sie schliesst ihre Untersuchung deshalb mit dem summarischen Bericht ab.

mb/sda

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