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Schwierige Jagd nach Umweltsündern

Überall stehen Fässer voller Altöl und Lösungsmittel, Öl trieft durch die Decke und von den Wänden und sickert langsam in den Boden.

Polizisten von der Fachstelle für Umweltkriminalität und Arbeitssicherheit der Kantonspolizei Bern sichern Beweise.

Fotos werden geknipst, Proben an Fässern und vom Boden entnommen, Akten über Bestellungen und Entsorgungsnachweise werden beschlagnahmt. Per Hausdurchsuchungsbeschluss haben die Fahnder Zugang zu der Firma erhalten, die Uhrenbestandteile herstellt.

Ein aussergewöhnliches Beispiel sei dies, erklärt Kantonspolizist Marco Helfer von der Fachstelle für Umweltkriminalität (UKRI). Während rund acht Jahren habe der Betrieb die Gefahrenstoffe nicht korrekt entsorgt.

Der Beton habe Altöl aufgesogen, sodass das Haus wohl abbruchreif sei, von der Verunreinigung des Bodens und eventuell des Grundwassers ganz zu schweigen.

Darüber hinaus sei der Verbleib von über 100'000 Litern Lösungsmitteln nicht geklärt. Die Vermutung liegt nahe, dass das Unternehmen diese in irgend einem Gewässer oder Tobel entsorgt hat. Holz-Verbrennung oder Heizöl-Leck

Nicht alle Fälle, die auf dem Schreibtisch der UKRI landen, sind so spektakulär. Für die alltäglichen Fälle rückt zuerst die mobile Polizei aus. So kommt es relativ häufig vor, dass Jauche oder Heizöl austreten oder, dass illegal Holz oder Sperrgrut verbrannt werden.

Die Polizistinnen und Polizisten von heute seien dafür gründlich ausgebildet worden, sodass sie solche Fälle meist alleine regeln könnten, erklärt der Fachstellenleiter Markus Stauffer. Seit einiger Zeit könnten die Streifen vor Ort kleine Vergehen auch direkt mit Ordnungsbussen ahnden, statt wie früher mit Anzeigen. Dies sei viel effizienter.

Bei komplexeren Fällen mit langwierigen Abklärungen, wo Fachwissen gefragt ist, kommen die Fahnder der UKRI zum Zug. Sie haben alle eine Polizeilaufbahn hinter sich mit einer Fachausbildung beim Deutschen Bundeskriminalamt in Wiesbaden, sowie einer kriminalpolizeilichen Ausbildung.

Umweltanliegen ernst nehmen

Die Sensibilisierung für die Umwelt habe nicht nur bei der Polizei zugenommen, ist Stauffer überzeugt. So gingen heutzutage etwa auch mehr Meldungen und Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Schliesslich ist das Schadenpotenzial von unsachgemäss entsorgten Stoffen beträchtlich. Beim illegalen Verbrennen von einem Kilogramm Abfall im eigenen Garten etwa entsteht gleich viel Dioxin wie wenn 1000 Kilogramm Müll in einer Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt werden.

Werden Gewässer durch Chemikalien, Öle oder Gülle verunreinigt, kann dies für Fische oder andere Tiere tödlich enden. Manchmal werden auch das Grundwasser und oder die Trinkwasserversorgung in Mitleidenschaft gezogen.

Für die Polizisten von der UKRI, die auch in engem Kontakt mit kantonalen oder nationalen Fachstellen stehen, ist dies Grund genug im Kampf gegen die Umweltsünder weiter zu machen. Sie beraten auch Kollegen anderer Kantone, die keine eigene Abteilung für Umweltkriminalität haben.

Beim Aufräumen von solchen «Sauereien», wie Marco Helfer es ausdrückt, kommt die UKRI aber nicht zum Einsatz. Das kantonale Gewässerschutzamt (GSA) verfügt in diesen Fällen die Massnahmen, die Gemeinden setzen sie um. Auf die Umweltpolizisten warten derweil neue Fälle. Zu tun gibt es genug.

(SDA)

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