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Selbstfindung leicht gemacht

Das Stück «Das kleine Ich bin ich» vom Theater Matte basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch und ist nicht nur für Kinder lehrreich.

Etwa dreissig Paar Kinderaugen sind auf den Mann im rot-weissen Karoanzug gerichtet. Markus Maria Enggist in der Rolle des «kleinen Ich» trägt einen ebenso karierten Hut, an dem blaue Fransen baumeln, und einen blauen Schweif.

Das bunte, unbekümmerte Wesen begibt sich auf Identitätssuche, nachdem es die Frage des etwas bornierten Frosches (Livia Franz) nach seinem Namen nicht hat beantworten können. «Wer nicht weiss, wie er heisst, wer vergisst, wer er ist, der ist dumm. Bumm», behauptet dieser. Die Kinderschar klatscht eifrig mit, als sich das kleine Ich diesen Vers verinnerlicht.

Gemeinsamkeit gesucht

Livia Franz in der Rolle sämtlicher Tiere, denen das kleine Ich begegnet, gewinnt ebenso rasch die Herzen der Kinder wie Enggist. Als Frosch mit Fliegerbrille begleitet sie sich zu einem launigen Blues auf der Ukulele und singt dabei, was einen Frosch ausmacht.

Geschickt stärken die beiden Akteure vorerst den Glauben der Kinder, in der Gesellschaft irgendwo dazugehören zu müssen, um ihnen zum Schluss dieses Problem auf leichtfüssige Art wieder abzunehmen. In einer Zeit, in der Jugendliche ihre Persönlichkeit auf Facebook und Styleblogs über Äusserlichkeiten definieren, kommt diese Botschaft gerade richtig. Auch das kleine Ich sucht solche Gemeinsamkeiten: Das Zirkuspferd etwa hat auch Fransen und einen Schwanz – aber die Ohren passen nicht. Ebenso scheitert der Vergleich mit Putzfisch oder Hund.

Mitmachen für alle

«Das kleine Ich bin ich» ist ein interaktives Stück, Enggist und Franz beziehen oft das Publikum mit ein. So will das kleine Ich etwa wissen, wie die Kinder im Saal heissen, und mit dem fröhlichen Pferd geht ein Zirkusspiel über die Bühne, bei dem Gross und Klein mitmachen.

Auch beim Spiel unter sich sorgt das Duo für Lacher, so etwa bei der Begegnung des kleinen Ich mit dem Papagei. Der alles nachplappernde Vogel und das gutgläubige Wesen liefern sich ein pointenreiches Wortduell. Das Publikum bricht in Lachen aus, bevor Markus Maria Enggist die von Unsicherheit traurig ­gewordene Figur erlöst: «Gibt es mich denn gar nicht?», wendet es sich an die Kinder. «Doch!», schallt es zurück – und bald darauf fällt ihm ein: «Ich bin Ich!»

«Das kleine Ich bin ich»:noch bis 30. 12. im Theater Matte, Programm und Tickets: theatermatte.ch.

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