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Sondereinheit im Einsatz gegen fingierte Ganoven

Am Tag der offenen Tür zeigte die Kantonspolizei Freiburg ihr neues Kommandogebäude. Besonders spektakulär waren die Vorführungen der Sondereinheit.

Einsatz für das Publikum: Mitglieder der Sondereinheit GRIF zeigen in Granges-Paccot ihr Können.
Einsatz für das Publikum: Mitglieder der Sondereinheit GRIF zeigen in Granges-Paccot ihr Können.
Enrique Muñoz Garciá

Wenn die Polizei ihre Türe öffnet, dann sind die Leute dabei. So war es am Samstag trotz regnerischem Wetter auch bei der Kantonspolizei Freiburg. Um die fünftausend Personen, alt und jung, welsch und deutsch, weiblich und männlich, liessen sich das neue Kommandogebäude in Granges-Paccot zeigen.

Dieser «Open Day» (ja, die Freiburger Polizei bediente sich einer dritten Sprache) war der erste seit 2004 und diente gemäss Pressemitteilung auch dazu, der Freiburger Bevölkerung für ihre Zustimmung zum neuen Kommandogebäude zu danken. Es hatte ja immerhin auch über 40 Millionen Franken gekostet.

Vorführung in vier Akten

Zu sehen gab es allerlei, Einblick in die Arbeit der verschieden Polizeibereiche, Selbstverteidigungs- und Angriffstaktiken, Einsätze mit Hunden – aber die grösste Attraktion waren die Vorführungen der Sondereinheit GRIF. Im ersten Akt wurden vier GRIF-Polizisten per Helikopter an der Longline herangeflogen, die dann per Rammbock die Tür eines Hauses einschlugen und zusammen mit vier weiteren Kollegen im Schnellzugriff zwei Bösewichte überwältigten.

So ganz stimmig schien diese Geschichte nicht, die beiden Gangster wären wohl durch den Helikopterlärm gewarnt worden und hätten kaum so ahnungslos in ihrem Häuschen verharrt.

Im zweiten Akt wurden einige wenige der 350000 Schuss Munition verbraucht, welche die Freiburger Kantonspolizei pro Jahr anschafft: Zwei mit kugelsicheren Westen versehene GRIF-Polizisten schossen sich gegenseitig auf eine rote Plakette in der Bauchnabelgegend, was die beiden fast regungslos und natürlich auch schadlos überstanden. Die Westen allerdings hatten danach ausgedient, weil die Garantie des Herstellers nach einem Beschuss erlischt.

Im dritten Akt galt es, zwei Ganoven auf der Flucht dingfest zu machen. Das eine Polizeiauto überholte das Fluchtfahrzeug und stoppte es, das zweite Polizeiauto blockierte es von hinten.

Im Nu stiegen die GRIF-Equipen aus, schlugen die Scheiben des Ganovengefährts ein und legten ihre Insassen in Handschellen. Wie zu erfahren war, werden für solche Übungen Abbruchautos verwendet, es gibt nach den Vorführungen also keine zusätzlichen Aufträge für Autoglaser.

Im vierten und letzten Akt seilten sich zwei GRIF-Leute von einem mehrstöckigen Gebäude ab, einer nach dem andern, damit der vordere immer vom Kollegen falls nötig mit der Waffe geschützt werden könnte. Mit eleganten Schwüngen verschwanden beide dann in einem geöffneten Fenster.

Teamfähigkeit ist wichtig

Die vier Einsätze der GRIF wurden vom Publikum fleissig applaudiert – ein wohlverdienter Lohn für ein Training, das laut Medienstelle der Polizei schon im April begonnen hatte. Training, Vorbereitung auf Einsätze und Ausbildung nehmen laut Fabrice Tinguely, dem Chef der GRIF, einen wesentlichen Teil der Arbeitszeit ein.

Wie viele Leute der GRIF angehören, «wird nicht kommuniziert», aber wer zur Truppe gehören möchte, muss viele Bedingungen erfüllen. «Es gibt eine grosse Zahl von Tests, der Kandidat muss klar denken, physisch in Form, ein guter Schütze und teamfähig sein», sagt Tinguely.

Pro Jahr kommt die GRIF laut Tinguely auf zweihundert Interventionen. Dabei gehe es etwa um «Verhaftungen, Personenschutz, Einsätze am Gericht und häusliche Gewalt». Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit den Sondereinheiten anderer Kantone, für die Welschschweiz gebe es ein entsprechendes Konkordat. «Wenn es in Genf ein Problem gibt, dann können auch Einheiten aus Neuenburg oder Freiburg zum Einsatz kommen.»

Gefragt bei der GRIF sind laut Tinguely «jüngere Leute ab 22 Jahren», die bereits zum Polizeicorps gehören. Für ältere Semester mag aber tröstlich sein, zu erfahren, dass erst kürzlich ein immerhin schon 54-jähriger aus der GRIF ausgemustert wurde, der dann bei der Freiburger Kantonspolizei eine andere Aufgabe übernehmen durfte.

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