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Sozialdienst feuert «Prix-Courage»-Preisträgerin Esther Wyler

Der Ostermundiger Sozialdienst entlässt Esther Wyler. Sie erhielt für ihren Kampf gegen die schlampenden Zürcher Behörden den «Prix Courage». Die Gemeinde schweigt. Wyler glaubt, dass sie sich allzu deutlich für ihre Rechte eingesetzt hat.

Esther Wyler arbeitet seit Mitte 2009 bei der Gemeinde Ostermundigen wie in Zürich beim Sozialdienst. Sie erhielt befristete Anstellungsverträge. Nun hat die Verwaltung ihr mitgeteilt, dass sie den bis Ende Mai 2011 gültigen Vertrag nicht verlängern wird. Ebenfalls abgelehnt hat sie Wylers Wunsch nach einer unbefristeten Weiterbeschäftigung.

Krise beim Sozialdienst

Beim Mundiger Sozialdienst kriselte es in den vergangenen Jahren. Seit Anfang 2009 verliessen ein Dutzend Beschäftigte die Abteilung. Alle neuen Mitarbeiter erhielten unbefristete Verträge – ausser Esther Wyler.

Ostermundigen beschäftigt eine Frau, die als mutige Streiterin gegen Behördenwillkür gelobt wird. Und entlässt sie nach zwei Jahren. Die Gemeinde will sich nicht äussern, weshalb sie den Vertrag nicht verlängert. «Weil persönliche Daten geschützt sind», erklärt Kurt Jaggi, der noch bis Ende September als Krisenmanager die Abteilung Soziales leitet.

Aus Esther Wylers Sicht hat die Gemeinde ihr aus drei Gründen gekündet. «Die Vorfälle in Zürich haben mir geschadet», glaubt sie. Öffentlich halte man ihr die Vergangenheit nicht vor, aber die Vorwürfe seien spürbar. «Ich habe mich jedoch stets kooperativ verhalten.»

Trotz Lob muss sie gehen

Weiter ahnt sie, dass man ihr nicht zutraut, mit einem neuen Chef zusammenzuarbeiten. Die Abteilung Soziales bekommt ab Oktober mit Philippe Gerber einen neuen Leiter. Für diese Stelle hat sich auch Esther Wyler beworben. Sie schaffte es in die enge Auswahl, hatte in der Schlussrunde aber keinen Erfolg. «Die Gemeinde vermutet nun, dass ich vorbelastet sei.»

Sie werde loyal mit Gerber zusammenarbeiten, versichert sie. Die Gemeinde laste ihr eine Krise an, die wohl gar nicht eintreffe. Sie ärgert sich nicht nur über eine Vorverurteilung, sondern auch über eine Behörde, die ihr Personal mal lobt, mal in den Dreck schubst. «Beim Auswahlverfahren hat man mir gute Arbeit bescheinigt. Nun lässt man mich fallen.»

Als dritten Entlassungsgrund bezeichnet Esther Wyler ihre befristeten Anstellungsverträge. Genauer: ihren Kampf dagegen. Die Gemeinde habe ihr solche Verträge gegeben, um damit den besseren Schutz der unbefristeten Anstellungen auszuhebeln. «Meinen Vorgesetzten hat es wohl nicht gefallen, dass ich sehr deutlich auf diesen Missbrauch hingewiesen habe.»

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