Zum Hauptinhalt springen

Stadt Bern fordert mehr Frauen im Kader

Die Berner Stadtregierung will den Frauenanteil im Führungs- und Fachkader von heute 30 auf 35 Prozent steigen. Sie hat deshalb Massnahmen beschlossen.

2012 beschloss der Berner Stadtrat die Einführung einer Frauenquote in der Stadtverwaltung und den öffentlich-rechtlichen Anstalten der Stadt Bern. Protest getreu nach dem Motto: Auch ein Stück vom Kuchen für die Frau.
2012 beschloss der Berner Stadtrat die Einführung einer Frauenquote in der Stadtverwaltung und den öffentlich-rechtlichen Anstalten der Stadt Bern. Protest getreu nach dem Motto: Auch ein Stück vom Kuchen für die Frau.
Stefan Anderegg

Das Personal- und Arbeitgebermarketing der Stadt Bern verfügt gemäss einer Mitteilung des Berner Gemeinderats heute über zwanzig Instrumente, welche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen sollen. Nun hat die Berner Stadtregierung beschlossen, acht weitere Massnahmen erarbeiten zu lassen.

Vorgesehen ist unter anderem, den Auftritt der Stadtverwaltung auf dem Arbeitsmarkt zu überarbeiten. Auch sollen Teilzeitangebote, flexible Arbeitsmodelle und Telearbeit gefördert werden. Die Stadt will auch zusätzliche Instrumente für die interne Förderung weiblicher Nachwuchskräfte bereitstellen.

Bis zum Jahr 2017 möchte der Berner Gemeinderat den Frauenanteil im städtischen Kader auf 33 Prozent steigern. Das Ziel von 35 Prozent soll bis Ende 2022 erreicht sein. Als Massstab gilt dabei der Frauenanteil in der gesamten Stadtverwaltung, nicht jener in den einzelnen Dienststellen oder Direktionen.

Frauen müssen sich auch bewerben

Mit den neuen Massnahmen reagiert die Berner Stadtregierung auf eine im Stadtparlament überwiesene Motion, die eine Quote von 35 Prozent des untervertretenen Geschlechts in Kaderpositionen der Stadt verlangt. Der Gemeinderat ist mit diesem Ziel einverstanden.

Erste Massnahmen im Personalmanagement hätten bereits Erfolge gebracht, schreibt die Stadtregierung: Seit Ende Dezember 2012 sei der Frauenanteil im Kader um rund drei Prozentpunkte auf die genannten 30 Prozent angestiegen. Um die geforderte 35-Prozent-Quote zu erreichen, muss die Stadt zusätzlich 25 Kaderfrauen beschäftigen.

Damit dies gelingt, braucht die Stadt mehr Bewerbungen von Frauen: Von total 678 Bewerbungsdossiers zwischen August 2013 und Januar 2014 stammten nur knapp 20 Prozent von Interessentinnen. Von diesen wurden 86 Prozent zu einem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen. Letztlich konnten 28 Prozent der in diesem Zeitraum offenen Kaderstellen durch Frauen besetzt werden.

Reporting geplant

«Für eine weitere Steigerung des Frauenanteils müssen sich mehr geeignete Frauen auf offene Kaderstellen bewerben.» Diesen Schluss zieht der Gemeinderat aus diesen Zahlen. Er merkt aber auch an: «Unabhängig vom Geschlecht gilt aber unverändert der Grundsatz, dass die beste Bewerbung zu berücksichtigen ist.»

Der Berner Gemeinderat will durch ein regelmässiges Reporting sicherstellen, dass die Etappenziele erreicht werden. Er fordert die städtischen Anstalten Energie Wasser Bern und Bernmobil auf, ebenfalls Massnahmen zur Förderung von Frauen in Kaderpositionen zu ergreifen.

SDA/lub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch