Stadt kann neue Schule planen

Die Stadtberner Schuldirektion kann die Planung einer neuen Schule auf dem Goumoëns-Areal starten. Der Stadtrat hat dem Projekt trotz Widerstand aus dem Weissenbühlquartier zugestimmt.

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Die Zahl der Schulkinder in der Stadt Bern nimmt stetig zu. So auch in den Quartieren Weissenbühl, Mattenhof, Weissenstein und Sulgenbach. Deshalb will die Stadt Bern auf den Goumoëns-Areal eine neue Schule bauen. Dieses liegt unmittelbar neben dem Bahnhof Weissenbühl. Ein Teil des Areals ist überbaut, auf der Fläche befindet sich auch eine am Waldrand liegende Spielwiese, die im Quartier beliebt ist. Das neue Schulhaus soll Platz für 26 Klassen bieten und grösstenteils auf dem überbauten Teil zu stehen kommen. Zudem ist eine neue Doppelturnhalle vorgesehen.

Der Projektierungskredit von 6,8 Millionen Franken war lange umstritten. Die vorberatende Kommission hatte Mitte Juni überraschend einem Rückweisungsantrag zugestimmt, dies mit Stimmen von SP-Stadträten. Und aus dem Quartier meldete sich eine Oppositionsgruppe mit Kritik zu Wort.

Scharfe Kritik der SP

Bemerkenswert waren die scharfen Worte, die SP-Juso-Sprecherin Edith Siegenthaler an die Adresse der federführenden Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB) und des Stadtpräsidenten Alec von Graffenried (GFL) richtete: «Unsere Fraktion ist unzufrieden. Das Projekt ist unausgegoren.» Weiter monierte sie, dass der Gemeinderat das Quartier zu wenig einbezogen habe. Die Grünen dagegen verteidigten das Projekt ihrer Parteikollegin Franziska Teuscher.

Eintreten auf die Debatte

Schliesslich erhielt der Rückweisungsantrag der Kommission für Planung, Verkehr und Stadtgrün nur wenige Stimmen von rot-grünen Stadträten und wurde mit 16 Ja-Stimmen gegen 47 Nein-Stimmen klar abgelehnt. Auch Marcel Wüthrich (GFL) hatte einen Rückweisungsantrag gestellt: «Es ist der falsche Standort für ein solches Projekt. Und es ist überdimensioniert», hatte er seinen Vorstoss begründet.

Dem Gemeinderat war es gelungen, den sich abzeichnenden Widerstand – vor allem aus dem SP-Lager – zu brechen. Er hatte dem Stadtrat am 20. August drei Anträge unterbreitet. Einer legt fest, dass die Stadt die für das Projekt benötigte Aussenraumfläche «auf ein Minimum beschränken muss». Zudem zeigt sich der Gemeinderat bereit, für das Beachvolleyball-Zentrum einen neuen Standort zu suchen. Ursprünglich wollte der Gemeinderat das Zentrum am Standort belassen und es erneuern. Und schliesslich versprach der Gemeinderat, das Quartier beim Projekt einzubeziehen.

Stadtpräsident Alec von Graffenried wies den Vorwurf zurück, dass der Gemeinderat das Quartier nicht einbezogen habe. Und er betonte, dass es jetzt erst darum gehe, die Projektarbeiten zu starten, und dass es immer noch möglich sei, Anliegen aus dem Quartier oder aus dem Stadtrat aufzunehmen.

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