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Der Gymer soll zur Primarschule werden

Der Gemeinderat will dem Kanton einen Grossteil des Gymnasiumareals am Standort Seefeld abkaufen und in eine Primarschule umwandeln.

Noch gehört das Schulgebäude im Thuner Seefeld dem Kanton. Die Stadt Thun will es zum Primarschulhaus machen.
Noch gehört das Schulgebäude im Thuner Seefeld dem Kanton. Die Stadt Thun will es zum Primarschulhaus machen.
Patric Spahni

Die Würfel sind gefallen: Der Thuner Gemeinderat will am heutigen Standort Seefeld des Gymnasiums Thun an der Äusseren Ringstrasse 7 die neue Primarschule Seefeld realisieren. Am Ursprung dieses Entscheids standen die Pläne des Kantons für das Gymnasium Thun.

Im letzten April hatte er bekannt gegeben, den Standort Seefeld bis zum Jahr 2025 aufzugeben und alle Klassen am Standort Schadau, welcher für 55 Millionen Franken ausgebaut werden soll, zusammenzufassen. «Nach dem Grundsatzentscheid des Kantons hat der Thuner Gemeinderat anlässlich seiner Klausursitzung im Herbst die politische Weichenstellung vorgenommen», teilte die Stadt am Montag mit.

Kauf kostet «höheren einstelligen Millionenbetrag»

Der Gemeinderat verhandelt mit dem Kanton bereits seit längerem über einen Teilkauf der Liegenschaften auf dem Areal des heutigen Gymnasiums. Die Stadt fokussiert dabei «auf das Hauptgebäude, die Aula und die Bibliothek, die neue Turnhalle sowie den Spezialtrakt Chemie/Biologie mit angegliederter alter Turnhalle», wie sie schreibt. Nicht interessiert ist die Stadt beispielsweise an der Villa Lüthi oder der Villa Sequin, da sie sich nicht für den geplanten Schulbetrieb eignen würden.

In einem ersten Schritt will der Gemeinderat die Verhandlungen mit dem Kanton zum Abschluss bringen. Wann dies genau der Fall sein wird, lässt sich laut Gemeinderat Roman Gimmel (SVP) noch nicht abschätzen. «Das Geschäft wird auf kantonaler Ebene sicher auch eine oder mehrere Grossratsdebatten bedingen», erklärt der Vorsteher der Direktion Bildung Sport Kultur.

Der Gemeinderat hat sich zum Ziel gesetzt, dass in Sachen Bauplanung für die Seefeldparzelle bis zum Ende der Legislatur 2019–2022 Klarheit herrscht. Was die Kosten für den Teilkauf betrifft, rechnet Gimmel mit einem «höheren einstelligen Millionenbetrag». Die Investition sei seit einiger Zeit im städtischen Finanzplan eingestellt.

Schüler sollen im eigenen Quartier unterrichtet werden

Ab dem Jahr 2025, sobald die Gymnasiasten in die Schadau umgezogen sind, will die Stadt die sanierungsbedürftigen Liegenschaften auf Vordermann bringen. Wie teuer die Sanierung die Stadt zu stehen kommt, ist laut Roman Gimmel «noch offen». Es werde sich weisen, was alles gemacht werden müsse. Eine vorliegende Machbarkeitsstudie zeige jedoch, dass die Kosten für eine Sanierung tiefer seien als bei einem Neubau.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwiefern sich das auf den gymnasialen Unterricht ausgerichtete Areal eins zu eins auf die Bedürfnisse einer Primarschule adaptieren lässt. «Die eine oder andere bauliche Massnahme wird sicher nötig sein. Für Details ist es aber noch zu früh», sagt der Bildungsvorsteher. Die erwähnte Studie habe aber gezeigt, dass sich die Gebäude für eine Primarschule eignen.

Los gehen soll es mit dem Primarschulunterricht ab 2028. «Ziel ist es, dass ab diesem Zeitpunkt alle Kindergarten- und Primarschulkinder aus dem Seefeld im eigenen Quartier unterrichtet werden können», so Gimmel. Aktuell sind Schülerinnen und Schüler aus dem Seefeldquartier im Schulhaus Schönau-Hohmad untergebracht, einzelne im «Peschu» und im Dürren­ast.

Auch am Standort Hohmad, der bestehen bleiben wird und dessen Sanierung vorangetrieben werden soll, gehen derzeit noch Kinder aus dem Seefeldquartier zur Schule. Grundsätzlich besteht am heutigen Gymerstandort im Seefeld ein grosses Platzangebot: Momentan sind 26 Gymerklassen hauptsächlich dort untergebracht.

Schulraumsituation im Seefeld mehrfach in der Kritik

Die Schulraumplanung im Gebiet Seefeld wirft in der Bevölkerung und in der Thuner Politik seit Jahren hohe Wellen. Vor Jahresfrist behandelte der Stadtrat letztmals eine Interpellation zum Thema. Vertreter diverser Fraktionen von links bis rechts kritisierten damals, dass zu wenig passiere – trotz diverser Mängel in mehreren Schulhäusern.

Das Fass zum Überlaufen brachte für viele Bürger die marode Baracke der Schule Seefeld. Sie wurde im Herbst 2017 abgebrochen. Die vormals dort stationierten Kindergartenklassen sind seither an der Schubertstrasse 10 untergebracht. Im Jahr 2022 sollen die zwei Klassen in einen neuen Doppelkindergarten an der Äusseren Ringstrasse 26, vis-à-vis dem heutigen Gymerstandort, wechseln.

Die in der Baracke beheimateten Primarschulklassen wiederum wechselten zwischenzeitlich ins Schulhaus Pestalozzi; seit einem Monat findet der Unterricht in einem neuen Modulbau an der Schubertstrasse statt. Die Lösung bleibt bestehen, bis die nun neu vorgesehene Primarschule bezogen werden kann. «Wenn wir alles so umsetzen können wie jetzt geplant, haben wir eine langfristige Lösung für den Schulraum im Seefeld», bilanziert Gemeinderat Roman Gimmel.

SDA/tag

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