Stadtrat will nächtliche Öffnung der Münsterplattform testen

Die Münsterplattform soll versuchsweise rund um die Uhr offen sein. Der Berner Stadtrat hat am Donnerstag eine entsprechende Motion für erheblich erklärt.

Die «Pläfe» wird seit 1983 nachts geschlossen. Das soll sich nun ändern – zumindest probehalber.

Die «Pläfe» wird seit 1983 nachts geschlossen. Das soll sich nun ändern – zumindest probehalber.

In einem dreimonatigen Pilotversuch soll ausgelotet werden, ob die «Pläfe» die ganze Nacht über als Freiraum zur Verfügung gestellt werden kann, ohne dass es viele negative Begleiterscheinungen gibt. Der Vorstoss der Fraktionen FDP/JF, GB/JA, GLP und GFL/EVP wurde von SP und Freier Fraktion unterstützt. Die CVP/BDP-Fraktion war uneins, die SVP geschlossen dagegen.

Die Münsterplattform wird seit 1983 nachts geschlossen. Der Gemeinderat reagierte damals vor allem auf den grassierenden Drogenkonsum auf der «Pläfe». 36 Jahre später sei es höchste Zeit, zu überprüfen, ob die Regelung noch nötig sei, sagte der Jungfreisinnige Thomas Berger.

Es sei nicht sinnvoll, einen Freiraum der Allgemeinheit zu entziehen, nur weil sich Einzelne nicht an die Regeln hielten. Weitere Befürworter wiesen darauf hin, dass es sich bloss um einen Versuch handle.

Widerstand kam von der SVP. Bis 1 Uhr früh sei die Münsterplattform ja offen, das reiche füglich. Endlose nächtliche Partys seien eine Zumutung für die Anwohner. Niemand wolle bei sich um die Ecke Randständige, Drögeler und Leute ohne Manieren, die einem den Schlaf raubten und die Gegend verschmutzten.

Gegen die nächtliche Öffnung hatten sich auch die Vereinigte Altstadtleiste ausgesprochen. Die Münsterbauleitung könnte einem Pilotversuch nur dann zustimmen, wenn durchgehend eine Doppelpatrouille die Plattform überwachen würde.

Die Stadtregierung sei offen für einen Versuch, nehme die Bedenken aber ernst, sagte Gemeinderätin Ursula Wyss (SP). Der Test werde genau ausgewertet. In aller Regel gehe die Berner Bevölkerung verantwortungsvoll und rücksichtsvoll mit dem öffentlichen Raum um. Der Stadtrat überwies die Motion mit 52 zu 9 Stimmen.

ske/sda

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