Statt Geld gabs Pfefferspray

Ein 24-Jähriger wollte in Bern einen Geldtransport überfallen. Mit Gegenwehr rechnete er nicht. Ein Fehler.

Michael Bucher@MichuBucher

Es sollte eine schnelle Aktion sein. Ein paar Sekunden vielleicht. Dann würde er sich mit einem Haufen Geld aus dem Staub machen. Aus Beobachtungen wusste er, dass jeweils um die Mittagszeit zwei Sicherheitsleute Geld bei der Poststelle im Berner Postparc abliefern. Das war auch am 27. November 2017 so. Der damals 24-Jährige aus der Agglomeration wartete in seinem Wagen in der Bogenschützenstrasse. Das Kontrollschild hatte er vorsichtshalber abmontiert – allerdings nur das hintere.

Als die zwei Sicherheitsleute die Box mit rund 130'000 Franken darin auf einem Rollwagen Richtung Post karrten, schritt der junge Mann zur Tat. Er griff den Sicherheitsmann von hinten an und sprühte diesem Pfefferspray ins Gesicht. Der Angegriffene setzte sich zur Wehr und rammte seinem Widersacher den Ellenbogen in den Bauch.

Auf den Überfall aufmerksam geworden, eilte die Sicherheitsfrau zu Hilfe. So kam es, dass auch der Angreifer eine Ladung Pfefferspray abbekam. Als zudem eine Passantin zu schreien begann, ergriff der Täter die Flucht – ohne einen Rappen erbeutet zu haben. Hastig und mit Pfefferspray in den Augen fuhr der Mann via Bahnhofplatz Richtung Tiefenau, wo ihn die Polizei schnappte.

Der Ablauf dieses misslungenen Überfalls geht aus einem Urteil am Regionalgericht Bern-Mittelland hervor. Weil der Beschuldigte sämtliche Vorwürfe bestätigte und sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung bereits auf ein Strafmass geeinigt hatten, wurde der nicht vorbestrafte Mann in einem «verkürzten Verfahren» schuldig gesprochen. Das Urteil: eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten sowie eine bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 90 Franken. Ausserdem muss der Verurteilte 56 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Berner Zeitung

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