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Strengerer Strahlenschutz kostet BKW Millionen

In einem Jahr geht Mühleberg vom Netz. Die BKW muss danach ein Lager für schwach verstrahlte Betonteile bauen.

Informiert über die Abschaltung des AKW Mühleberg: Philipp Hänggi, Leiter Nuklear der BKW.
Informiert über die Abschaltung des AKW Mühleberg: Philipp Hänggi, Leiter Nuklear der BKW.
Adrian Moser

In fast genau einem Jahr werden die Schweiz und der Kanton Bern einen historischen Tag erleben: Am 20. Dezember 2019 wird mit dem AKW Mühleberg landesweit das erste Atomkraftwerk vom Netz genommen. Zu diesem Zeitpunkt wird Mühleberg während 47 Jahren Strom produziert haben.

Am Mittwoch bekräftigten die Verantwortlichen des Berner Stromkonzerns BKW vor den Medien, dass die Stilllegung auf Kurs sei. Das gelte sowohl für die Planung als auch für die Finanzierung. Für die Stilllegung rechnet die BKW mit Kosten von 927 Millionen, für die spätere Entsorgung mit 1,4 Milliarden Franken. Gerade bei der Entsorgung setzt die BKW darauf, dass fast die Hälfte des nötigen Betrags durch Renditen auf dem Finanzmarkt zusammenkommt.

Es wird mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis das AKW Mühleberg vollständig zurückgebaut sein wird. Der Konzern rechnet damit, dass das Gelände erst 2031 vollständig von Radioaktivität befreit sein wird. Der Abbruch der Gebäude ist zwischen 2031 und 2034 vorgesehen.

Wohl nicht in Mühleberg

Wie die BKW auf Nachfrage bekannt gab, wird sie in den nächsten Jahren ein sogenanntes Abklinglager bauen müssen. Dort soll leicht radioaktiv verstrahltes Baumaterial aus dem Reaktor­gebäude während 30 Jahren zwischengelagert werden, bevor es danach in einer normalen Deponie entsorgt werden kann.

Laut Philipp Hänggi, Leiter Nuklear bei der BKW, handelt es sich dabei um Betonklötze oder Stahlteile, die etwa in Wänden in einiger Entfernung zum Reaktor verbaut seien. «Bis vor zwei Jahren hätte man dieses Material ganz normal entsorgen oder im Bausektor weiterverwenden können, so unbedenklich ist die Strahlung.»

Dann habe aber der Bund die Strahlenschutzverordnung verschärft, weshalb nun der Bau eines Abklinglagers nötig sei. Das stärker verstrahlte Baumaterial werde gemeinsam mit den anderen radioaktiven Abfällen ins Zwischenlager in Würenlingen gebracht.

Laut Hänggi ist für das Abklinglager eine «normale Industriehalle» ausreichend. Diese werde die BKW wohl irgendwo im Kanton Bern bauen. «Wir werden uns nun an die Standortsuche machen.» Die Gemeinde Mühleberg steht für das Zwischenlager nicht im Fokus, wie Hänggi durchblicken lässt.

Rund 10 Millionen

«Wir müssen noch detailliert abklären, wie viel Material wir im Abklinglager zwischenlagern müssen», sagt Hänggi. Erst dann sei klar, wie gross die Halle sein müsse. Im Moment geht der Leiter der BKW-Nuklearsparte von rund 2000 bis 3000 Tonnen schwach verstrahltem Material aus. Das entspricht dem Gewicht von rund vierzehn leeren Jumbo-Jets. Die BKW rechnet damit, dass der Bau der neuen Halle inklusive Umzäunung und Bewachung etwa 10 Millionen Franken kosten wird.

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