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Tatmotiv im Landsmann-Mord bleibt unklar

Vor dem Kreisgericht Bern-Laupen steht seit Montag ein 50-jähriger Türke wegen Mordes oder vorsätzlicher Tötung vor Gericht. Er soll vor 14 Jahren in Bern einen Landsmann erschossen haben. Das Motiv für die Tat bleibt noch unklar.

Wie am Montag aus den Befragungen der Ehefrau des damals 29- jährigen Opfers und des Schwagers des Getöteten hervorging, kannten sich das Opfer und der mutmassliche Täter. Beide seien Mitglieder der MLSPB, einer türkischen Organisation für revolutionäre Freiheit, gewesen.

Der Angeklagte hingegen bestreitet seine Mitgliedschaft bei der MLSPB. Er sei lediglich Ende der 70-er Jahre politisch aktiv gewesen. Deshalb habe er zu Beginn der 80-er Jahre im Gefängnis gesessen.

Mutmassungen über das Motiv

Laut dem Schwager des Opfers, der als Zeuge vorgeladen war, handelte es sich bei der Tat möglicherweise um einen politischen Auftragsmord. Es sei aber auch um «dreckige Geschäfte» gegangen. Sein Schwager habe herausgefunden, dass die «Organisation» Drogenhandel betreibe.

Die Ehefrau des Opfers kann sich die Tat nicht erklären. Sie erlebte die Tat an jenem frühen Novembermorgen an der Könizsstrasse hautnah mit. «Die Wahrheit weiss nur der Mörder», sagte sie vor Gericht.

Vielleicht sei der Parteiaustritt ihres Mannes ein Grund gewesen. Möglich sei aber auch ein Racheakt nach einem vorausgegangenen Streit der beiden. Auch die Ermittlungsbehörden zogen bisher sowohl eine politisch motivierte Tat wie auch einen Racheakt als Motiv in Betracht.

An jenem Novembermorgen trafen die Frau und ihr Mann auf den mutmasslichen Täter. Die Frau setzte ihren Weg ins Kinderspital zu ihrer neugeborenen Tochter fort, ihr Ehemann ging mit dem Angeklagten weiter. Kurz darauf erschoss der Angeschuldigte den Ehemann der Privatklägerin mit vier Schüssen von hinten und entfernte sich.

Urteil für Freitag angekündigt

Der bereits unmittelbar nach der Tat dringend verdächtigte 50- Jährige wurde 2006 in Frankreich verhaftet. Dort lebte er seit etwa 1996 mit seiner Frau und Tochter. Danach wurde er an die Schweiz ausgeliefert. Das Urteil wird für Freitag erwartet.

(SDA)

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