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TCS sucht grosse Bürofläche in Bern

Der TCS muss sparen und strukturiert um: Er verlegte Teams von Genf nach Schönbühl. Nun sucht der TCS in Bern einen grösseren Standort: Zwei Stockwerke des UBS-Bürogebäudes an der Schwarztorstrasse sind im Gespräch.

In dieses Gebäude werden bald TCS-Mitarbeiter einziehen, heisst es laut einer gut informierten Quelle.
In dieses Gebäude werden bald TCS-Mitarbeiter einziehen, heisst es laut einer gut informierten Quelle.
Urs Baumann

Im vierten und im fünften Stock des UBS-Gebäudes an der Schwarztorstrasse 48 in Bern ist Platz geschaffen worden: Einziehen soll der Touring Club Schweiz (TCS), sagt eine gut informierte Quelle. Pro Stockwerk bieten die Räumlichkeiten Platz für 100 Mitarbeitende. Ob der TCS komme, hänge von einem Entscheid des Verwaltungsrats von Ende Oktober ab, heisst es.

Jetzt: Zwei Berner Standorte

«Es trifft zu, dass Gespräche betreffend einen Ersatz für den Standort Schönbühl im Gange sind. Evaluiert werden verschiedene Standorte im Raum Bern. Die Räumlichkeiten der UBS an der Schwarztorstrasse gehören auch dazu. Bis jetzt hat der TCS keinen Entscheid gefällt», sagt Stefan Müller, Pressesprecher vom TCS.

Ein Umzug komme frühestens Ende des ersten Quartals 2010 in Frage. Momentan ist der TCS in Bern an zwei Standorten untergebracht: Die Redaktion der Mitgliederzeitung «Touring» ist an der Maulbeerstrasse in Bern angesiedelt. Das Kundenkontaktcenter, das für die Betreuung der Nummer 140 zuständig ist, hat seinen Sitz seit langem in Schönbühl. Die genaue Mitarbeiterzahl war gestern beim TCS nicht in Erfahrung zu bringen.

Derzeit im Gange ist der Umzug der Abteilung Marketing und Vertrieb von Genf nach Schönbühl. Ein gutes Dutzend Mitarbeiter ist davon betroffen. Zur Frage, ob weitere Mitarbeiter von Genf nach Bern kommen, gehen die Aussagen auseinander. Der TCS-Pressesprecher Müller sagt: «Es werden höchstens noch ein paar wenige weitere Personen verlegt.» Anders tönt es bei den Mitarbeitern in Genf: «Wir haben Angst, dass noch weitere Abteilungen und Teams nach Bern zügeln müssen», sagt ein Mitarbeiter am Hauptsitz.

Auch der TCS spürt Krise

Der TCS beschäftigt in der Schweiz rund 1500 Mitarbeiter, den Grossteil davon in Genf. Der Zentralsitz soll auch nach der laufenden Umstrukturierung in der Rhonestadt bleiben.

Auslöser des Restrukturierungsprogramms war auch die Krise: Die Gewinnrechnung wies 2008 bei einem Umsatz von über 400 Millionen einen Verlust von 12 Millionen Franken aus. Zum negativen Ergebnis haben diverse Faktoren geführt: So stiegen bei rückläufigem Mitgliederbestand die Anzahl der Pannen pro Mitglied an. Beim ETI-Schutzbrief sorgte eine grössere Anzahl von kostspieligen Personenrückführungen aus dem Ausland für steigende Schadenkosten. Als Folge des schlechten Ergebnisses hat die TCS-Führung ein Sparprogramm erlassen: Die Rede ist von 30 Millionen Franken.

Der TCS hat im Zuge der Umsetzung einer Strategieänderung Anpassungen der Organisationsstruktur vorgenommen. Die Geschäftsleitung wurde um drei Einheiten ergänzt: die Bereiche Marketing und Vertrieb, Kundenbeziehungen und Einsatz. Mit der Neugliederung und Ergänzung der Geschäftseinheiten will der TCS eine homogenere Struktur erreichen. «Mit Kundennähe wollen wir Neukunden in der Deutschschweiz gewinnen», sagt Müller. Bern sei geeignet, da es viele zweisprachige Einwohner habe.

Fragwürdiges Vorgehen

Von vielen Seiten kritisiert wurde das Vorgehen des TCS mit den Angestellten: Im März bekamen Mitarbeiter der Marketingabteilung in Genf eine E-Mail und wurden darin aufgefordert, an einen Treffpunkt zu kommen. Dort stand die Personalabteilung mit einer Liste und las die Namen derjenigen herunter, die den TCS verlassen müssen, wer beim TCS bleiben darf und wer den Arbeitsort von Genf nach Bern verlegen muss.

«Die Art, wie die Fakten kommuniziert wurden, waren unmenschlich», berichten TCS-Mitarbeiter, die anonym bleiben wollen.

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