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Tiere verwahrlost - Berner Züchter-Duo blitzt vor Gericht ab

Zwei Züchtern in der Region Bern wurden von der Behörden mehrere verwahrloste Tiere weggenommen. Dagegen hatten sie vor Gericht geklagt.

Die Halter waren mit dem grossen Tierbestand überfordert. 20 Hunde, sieben Katzen, acht Kaninchen, zwei Meerschweinchen und sieben Küken wurden im Sommer beschlagnahmt. (Symbolbild)
Die Halter waren mit dem grossen Tierbestand überfordert. 20 Hunde, sieben Katzen, acht Kaninchen, zwei Meerschweinchen und sieben Küken wurden im Sommer beschlagnahmt. (Symbolbild)
istock

Der Bericht der Veterinärdienste von Mitte Juli 2018 stimmt nachdenklich. Hunde, Katzen und Kaninchen seien unterernährt gewesen, der Auslauf mangelhaft. Auch das Entwurmungs- und Impfmanagement sei ungenügend gewesen. Einige Hunde hätten gravierende Verletzungen aufgewiesen.

Die zwei Tierhalter, ein Mann und eine Frau, sind den Behörden seit Jahren bekannt. Bei ihnen waren wiederholt Mängel beim Tierschutz festgestellt worden. So verfügte der Veterinärdienst im August 2016 eine Beschränkung des Bestandes und ein befristetes Verbot für den Erwerb und die Zucht von Tieren.

Das Eingreifen nützte absolut nichts. «Die Situation hat sich trotz der behördlichen Intervention verschlechtert», steht in einem Urteil des kantonalen Verwaltungsgerichts, das sich mit dem Fall befassen musste. Seit dem Umzug aus dem Berner Oberland in ein Dorf im Norden Berns habe sich der Bestand von 50 auf 100 Tiere vergrössert. Die Halter seien mit dem Ganzen überfordert, auch mit der finanziellen Situation.

Tiere beschlagnahmt

Im letzten Juli verfügte der Veterinärdienst ein Verbot für die Zucht und den Handel mit Tieren, ein teilweises Tierhalteverbot und ordnete die Reduktion des Bestandes an. Einer möglichen Beschwerde entzog der Veterinärdienst die aufschiebende Wirkung. Und Ende Oktober griff er ein. Er beschlagnahmte 20 Hunde, 7 Katzen, 8 Kaninchen, 2 Meerschweinchen und 7 Küken.

Im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ging es erst um den Entzug der aufschiebenden Wirkung, die Hauptverfahren sind bei der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern hängig. Die Tierhalter argumentierten in ihrer Beschwerde, der Sachverhalt sei zu wenig abgeklärt worden, einzelne Kleintiere würden ihren Kindern gehören. Zudem könnte eine allfällige Kastration der Hunde nicht rückgängig gemacht werden.

Das Gericht stellt sich auf der ganzen Linie hinter den Veterinärdienst. Es spricht von gravierenden Mängeln und uneinsichtigen Tierhaltern. Aufgrund der umfangreichen Akten bestünden konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Mann und die Frau die Tiere vernachlässigten und unter ungeeigneten Bedingungen gehalten haben. Im Rahmen der Kostenfrage schreibt das Gericht von einer «aussichtslosen Beschwerde».

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