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Tram Region Bern: Stadtrat fordert «Veloverträglichkeit»

Das Tram Region Bern soll den Veloverkehr weder behindern noch gefährden, fordert der Berner Stadtrat. Er hat am Donnerstagabend einen Vorstoss seiner Planungs- und Verkehrskommission erheblich erklärt.

Der Stadtrat will, dass das Tram Region Bern so gebaut wird, dass der Veloverkehr weder behindert noch gefährdet wird. (Symbolbild)
Der Stadtrat will, dass das Tram Region Bern so gebaut wird, dass der Veloverkehr weder behindert noch gefährdet wird. (Symbolbild)
zvg

Das Berner Stadtparlament stellte sich mit 35 zu 28 Stimmen bei 6 Enthaltungen hinter die dringliche Motion der Kommission für Planung, Verkehr und Stadtgrün (PVS). Er erwartet nun vom Gemeinderat, dafür zu sorgen, dass der Fahrradverkehr auf der ganzen Tramstrecke «sicher und mit maximaler Durchlässigkeit vorwärts kommt», wie es im Vorstoss heisst.

Die Motion verlangt unter anderem, dass Velofahrer alle Tramgleise mindestens in einem 30-Grad-Winkel überqueren können. Zudem sollen die Ampeln den Fahrrädern stets das Losfahren ermöglichen, wenn kein direkter Konflikt mit dem Tram besteht.

Das Anliegen stiess bei der rot-grünen Stadtratsmehrheit auf Anklang. Es gebe beim geplanten Tram Region Bern zu viele gefährliche Stellen für Velofahrer, sagte David Stampfli (SP), PVS-Präsident und Velo-Lobbyist.

Kritik am «Velo-Fundamentalismus»

Die bürgerliche Ratsseite hingegen wandte sich gegen den Vorstoss. Es gehe nicht an, die Velofahrer derart zu privilegieren, befand SVP-Sprecher Alexander Feuz. Das gehe auf Kosten der anderen Verkehrsteilnehmer, gerade auch des motorisierten Privatverkehrs und der Fussgänger.

FDP-Fraktionschef Bernhard Eicher sprach von «Velo-Fundamentalismus». Immerhin räume die Ratsmehrheit mit dem Vorstoss indirekt ein, dass das Tram Region Bern auch Nachteile habe, fügte der Freisinnige an. Das sei bisher von den Befürwortern stets bestritten worden.

Wyss: Erfüllbare Forderungen

Die Stadtregierung war zwar bereit gewesen, den Vorstoss entgegenzunehmen, betrachtet ihn aber nur als «Richtlinie», wie sie in der Antwort schreibt. Es brauche eine Gesamtbetrachtung. Neben dem Velo müsse auch der öffentliche Verkehr möglichst attraktiv sein. Und die Velofahrer bei den Ampeln zu priorisieren, brächte längere Wartezeiten für die Fussgänger.

Es gehe darum, für beide Verkehrsträger - Tram und Velo - eine optimale Lösung zu finden, unterstrich Gemeinderätin und Verkehrsdirektorin Ursula Wyss (SP). Beides seien stadt- und umweltverträgliche Verkehrsmittel. Die Forderungen der Motion können laut Wyss aber erfüllt werden.

Strittige Punkte bleiben

Die Forderungen des nun überwiesenen Vorstosses fanden sich auch in einer Einsprache, die Pro Velo Bern gegen das Tram Region Bern eingereicht hat. Der Interessenverband und die Projektleitung des Trams konnten sich bei einigen Punkte einigen, aber nicht bei allen. Die strittigen Punkte werden durch das Bundesamt für Verkehr zu beurteilen sein. Pro Velo Bern hat zu Tram Region Bern Stimmfreigabe beschlossen.

Über das 495-Millionen-Projekt Tram Region Bern entscheiden am 28. September die Stimmbevölkerungen von Bern, Köniz und Ostermundigen. Das neue Tram soll die heutige Buslinie 10 von Bernmobil ersetzen.

Neben der Velo-Motion standen im Berner Stadtrat am Donnerstag auch noch andere Vorstösse zum Tram auf der Traktandenliste. So sorgte sich die CVP, ob die Anliegen der Senioren bei der Planung genügend berücksichtigt worden seien. Und die FDP stellte Fragen zu den Tram-Kosten.

SDA/lub

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