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Tschäppät lässt Kulturinstitutionen Zeit

Das Schlachthaus-Theater und die Dampfzentrale in Bern sollen mehr Zeit zur Prüfung möglicher Kooperationsformen erhalten. Das hat Alexander Tschäppät den beiden Kulturinstitutionen per Brief mitgeteilt.

FDP und SVP kritisieren die Berner Kulturpolitik: Unter anderem die geplante Zusammenführung von Dampfzentrale (Bild) und Schlachthaus sei «kein weiser Entscheid».
FDP und SVP kritisieren die Berner Kulturpolitik: Unter anderem die geplante Zusammenführung von Dampfzentrale (Bild) und Schlachthaus sei «kein weiser Entscheid».
Stefan Anderegg
Bekult-Präsident Christian Pauli und andere Kulturinstitutionen bezeichnen die Kulturstrategie der Stadt Bern als dürftig. Wichtige Fragen würden nicht gestellt.
Bekult-Präsident Christian Pauli und andere Kulturinstitutionen bezeichnen die Kulturstrategie der Stadt Bern als dürftig. Wichtige Fragen würden nicht gestellt.
Stefan Anderegg
Eine weitere Zusammenführung wird beim Zentrum Paul Klee und dem Kunstmuseum diskutiert. Die Burgergemeinde Bern hat dafür eine Million Franken zur Verfügung gestellt.
Eine weitere Zusammenführung wird beim Zentrum Paul Klee und dem Kunstmuseum diskutiert. Die Burgergemeinde Bern hat dafür eine Million Franken zur Verfügung gestellt.
Archiv BZ
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Stadtpräsident Alexander Tschäppät will dem Schlachthaus-Theater und der Dampfzentrale zur Prüfung möglicher Kooperationsformen mehr Zeit geben. Das hat er den beiden Stadtberner Kulturinstitutionen in einem Brief mitgeteilt.

Er sei bereit, dem Gemeinderat zu beantragen, dem Stadtrat für beide Häuser ab 2016 je einen Leistungsvertrag für ein oder zwei Jahre vorzulegen. Das schreibt Tschäppät im Brief, der in einem Internet-Blog von Schlachthaus-Theater und Dampfzentrale zu finden ist und dessen Inhalt «Der Bund» am Mittwoch wiedergab.

Voraussetzung dafür sei aber, so der Stadtpräsident, dass die beiden Häuser «nach allen Regeln der Kunst» alle sinnvollen und zukunftsweisenden Optionen der Kooperation bis hin zu einer Fusion prüften.

Tschäppät sagte dazu am Mittwoch auf Anfrage, schon im Juni oder Juli habe er erkannt und öffentlich gesagt, dass die beiden Häuser mehr Zeit brauchten. Mit dem Brief drücke er nun formell aus, dass er auf die von den beiden Häusern von Beginn an geäusserten Bedenken eingehen wolle.

Ohne Vierjahresverträge weniger Druck

Hintergrund für den Brief ist die Vierjahresplanung Kulturförderung, welche der Berner Gemeinderat im Juni in die Vernehmlassung geschickt hat. In dieser Vierjahresplanung legt die Stadt Bern fest, welche Kulturinstitutionen in den Jahren 2016-2019 wie viel Geld erhalten sollen.

Der Berner Gemeinderat strebt mit dieser Planung auch an, dass die Dampfzentrale und das Schlachthaus-Theater künftig enger zusammenarbeiten. Sie sollen zu einem Flaggschiff für zeitgenössische Kultur werden. Die Kulturszene begegnete diesem Kooperationsauftrag aber von Anfang an skeptisch.

Die Vernehmlassung zur Vierjahresplanung dauert noch bis Ende Monat. Ist sie ausgewertet, sollen der Berner Stadtrat und das Volk im kommenden Jahr die vierjährigen Leistungsverträge mit den verschiedenen Kulturinstitutionen genehmigen. Auch Schlachthaus und Dampfzentrale sollten Vierjahres-Verträge bekommen.

Wenn nun für diese beiden Häuser Ein- oder Zweijahresverträge ausgearbeitet werden, sinken die Beträge unter jene Schwelle, ab welcher zwingend das Volk die Gelder bewilligen muss. So entfällt der zeitliche Druck der Volksabstimmung. Tschäppät geht davon aus, dass Ein- oder Zweijahresverträge vor den Stadtrat müssen.

Berns Leiterin der Abteilung Kulturelles, Veronica Schaller, stehe hinter diesen Plänen, so der Stadtpräsident weiter.

Institutionen sind froh

Ursula Dubois, Präsidentin des Trägervereins des Schlachthaus-Theaters, äusserte sich am Mittwoch auf Anfrage froh über die Absichten Tschäppäts. Der Stadtpräsident habe Raum geschaffen, damit die Frage nach möglichen Kooperationsformen so gut wie möglich beantwortet werden könne.

Auch bei der Dampfzentrale ist der Brief mit Erleichterung aufgenommen worden. Das geht aus dem erwähnten Info-Blog hervor.

Die beiden Häuser schreiben dort, ihnen sei wichtig, dass im Zentrum der Überlegungen ein konkreter Nutzen für Berns freie Szene in den Bereichen Theater, Tanz, Performance und Musik stehe, dazu auch ein konkreter Nutzen für die beiden Institutionen und deren Zuschauer.

Am Freitag wollen mehrere Kulturverbände gemeinsam an einer Medienkonferenz Stellung nehmen zur Vierjahresplanung Kulturförderung.

SDA/lub

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