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Tschäppät verfüttert die Volksseele seinen Hunden

Berns Stadtpräsident Alex Tschäppät hat sich am Sonntag als Gast der Satiresendung Giacobbo/Müller gut geschlagen. Er sprach offen über sein überzogenes UBS-Konto, will mit erhöhtem Bierkonsum die Wirtschaft ankurbeln und mehr Subventionen vom Bundeshilfswerk für seine Stadt einfordern.

Alexander Tschäppät hatte die Lacher bei seinem Gastspiel bei Giacobbo/Müller mehrheitlich auf seiner Seite. Abgesehen von ein paar schwachen Ablenkern auf Zürich und einem billigen Angriff auf Mike Müllers Körperfülle zeigte sich der SP-Politiker gewohnt schlagfertig.

Er machte deutlich, dass ihm der Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten zu Denken gegeben habe und er den Umgang mit den tibetischen Demonstranten nicht goutiere. Allerdings habe er den chinesischen Staatsmann gar nicht gesehen. «Ich habe an diesem Mittag chinesisch gegessen, das reicht.»

Wirtschaft mit Bier ankurbeln

Dass er lieber Holländer als Parlamentarier zu Besuch habe, wollte Tschäppät nicht bestätigen. Allerdings sei Bern die einzige Stadt, die an der EM über Nacht ihre Einwohnerzahl verdoppeln und den Bierkonsum verzehnfachen konnte.

Den Bierkonsum zu erhöhen sei zwar nicht das Ziel eines SP-Stadtpräsidenten, in dieser Krise sei es aber nicht das Dümmste, was man als Politiker machen könne.

Dann sorgte Tschäppät mit einer einstudierten Einlage für Lacher. Er stand auf, stellte sich als Vertreter der «wichtigsten Eishockeystadt der Welt» vor und sagte: «Ich verbeuge mich in Ehrfurcht vor den Leistungen des ZSC. Und wenn ihr ein Stadion braucht, könnt ihr nach Bern kommen.»

Überzogenes UBS-Konto

Auf die Bankenkrise angesprochen stellte Tschäppät klar, dass er gleich viel verdiene wie die Bänker. Allerdings müsse er dafür 250 Jahre länger arbeiten.

Er gab offen zu, dass Bern vom Bundeshilfswerk lebe und noch mehr Beiträge verdient habe. Immerhin werde man in Bern die Krise nicht so stark spüren, da man schon vorher nichts von den Boni-Steuerbeiträgen hatte. Seine Frau riet ihm, sein UBS-Konto nicht zu künden, da es sowieso überzogen sei.

Kochende Volksseele

Auf die Frage, wie lange er noch im Amt bleiben möchte, antwortete Tschäppät, er müsse am Ende der nächsten Amtsperiode schauen, ob seine Söhne bis dahin kochen können. Dies war ein Seitenhieb auf den ehemaligen Zürcher Stadtpräsidenten Elmar Ledergeber, der seinen Rücktritt unterem anderem mit den fehlenden Kochkünsten seiner Söhne begründet hatte.

Bis es so weit ist, würde er aber gerne die Volksseele nach Hause nehmen und seinen Hunden verfüttern - während der ganzen Sendung brutzelte auf dem Tisch ein Stück Fleisch. Eine bildliche Darstellung der «kochenden Volksseele».

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