ABO+

Um Suizide zu verhindern, fahren Lokführer auf Sicht

Münsingen

Auf der Höhe des Psychiatriezentrums müssen die Lokführer immer wieder das Tempo drosseln. Durchschnittlich einmal pro Woche sind sie mit ihrem Zug nur auf Sicht unterwegs.

<b>Hürde und Sichtschutz</b> zugleich: Lärmschutzwände bei Münsingen.

Hürde und Sichtschutz zugleich: Lärmschutzwände bei Münsingen.

(Bild: Raphael Moser)

Stephan Künzi

In den letzten Wochen passierte es regelmässig auf der Bahnlinie von Bern nach Thun. Spätestens ab dem Bahnhof Rubigen, in Gegenrichtung ab dem Bahnhof Münsingen, fuhr der Zug nur noch im Schneckentempo weiter.

«Fahren auf Sicht» heisst das im Fachjargon, und die Lautsprecherdurchsage liess meist nicht lange auf sich warten: Man entschuldige sich für die Umstände, aber es befänden sich halt «Personen in Gleisnähe».

Langsames Fahren kann ganz verschiedene Ursachen haben. Es wird von der Betriebszentrale ­angeordnet, wenn ein Lokführer vom Führerstand aus im unmittelbaren Umfeld des Trassees Tiere oder eben auch Menschen wahrnimmt. Wenn Ähnliches von Passanten beobachtet und der Polizei gemeldet wird.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt