Velobrücke: Autos sind ein Tabu

Bern

Berns Stadt­regierung bleibt dabei: Auf der geplanten Brücke zwischen Länggasse und Breitenrain soll neben Fussgängern und Velofahrern allenfalls ein Shuttlebus verkehren – sonst nichts.

Auf der geplanten Velobrücke zwischen Breitenrain und Länggasse sollen keine Autos fahren.

Auf der geplanten Velobrücke zwischen Breitenrain und Länggasse sollen keine Autos fahren.

(Bild: Andreas Blatter)

Christoph Hämmann

Die ­Langsamverkehrbrücke zwischen den Berner Quartieren Länggasse und Breitenrain ist seit Beginn ihrer Planung umstritten. Dazu passt, dass der Verein «Vortritt Fussgänger» vorsorglich ein Referendum ankündigte, falls die Brücke nicht für alle Verkehrsteilnehmenden – inklusive Autos – konzipiert werde.

Auch ein Vorstoss aus den Reihen von FDP und CVP von Anfang April suggeriert, dass eine Brücke «nur für einzelne Verkehrsteilnehmer kein wesentlicher städtebaulicher Beitrag» sei, und fordert eine «Generationenbrücke», die zumindest potenziell auch dem motorisierten Individualverkehr (MIV) genügend Platz böte.

In seiner Antwort auf den Vorstoss, der am Donnerstag im Stadtrat traktandiert ist, bekräftigt der ­Gemeinderat jedoch, was er im Februar festgehalten hat: «Die Brücke soll definitiv nicht für den MIV nutzbar gemacht werden.» Ein Bedarf für eine neue MIV-Verbindung sei nirgendwo belegt, hingegen widerspräche eine solche der geltenden Konzeption, den MIV auf dem Basisnetz zu kanalisieren und die Quartiere vom Verkehr zu entlasten.

Zu gross, zu teuer

Was die von FDP und CVP geforderte «Aufwärtskompatibilität» der Brücke angeht, will der Gemeinderat bloss «einen allfälligen Shuttlebus» prüfen. Dies soll bis Ende 2019 geschehen. Bis dann will der Gemeinderat auch die Linienführung und die Dimensionierung der Brücke noch einmal überarbeitet haben. Nach einer Debatte im Stadtrat soll ­danach der Wettbewerb für die Brücke gestartet werden.

Das Komitee Pro Panoramabrücke warnt indes davor, die Brücke grösser als bisher vor­gesehen zu konzeptionieren. Abgesehen von «einzelnen Fahrzeugen für die Schneeräumung oder Notfälle» sei die Brücke ausschliesslich auf den Langsamverkehr auszurichten, schrieb das Komitee am Montag in einer Mitteilung.

Es verweist ebenfalls auf den fehlenden Bedarf für eine ­andere Nutzung und warnt vor den räumlichen und finanziellen ­Dimensionen einer Verbindung auch für MIV und ÖV.

Berner Zeitung

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