Veloroute soll Tram Region Bern ersetzen

Am morgigen autofreien Sonntag geben drei SP-Gemeinderatsmitglieder aus Bern, Köniz und Ostermundigen das Bekenntnis ab, ihre Gemeinden mit einer Velohauptroute zu verbinden.

In Bern ist eine Velohauptroute zwischen Bahnhof und Wankdorf schon Realität. Nun soll sie bis in umliegende Gemeinden erweitert werden.

In Bern ist eine Velohauptroute zwischen Bahnhof und Wankdorf schon Realität. Nun soll sie bis in umliegende Gemeinden erweitert werden.

(Bild: Urs Baumann)

Christoph Hämmann

Zum Sommerende ein autofreier Sonntag: Allmählich wird dies in Bern zur Tradition. Seit 2013 ist das Netzwerk Quartierzeit für das Kulturprogramm des Anlasses zuständig, und seither hat sich dieser zum mobilen Quartierfest gemausert – zuerst zweimal im Breitenrain, dann letztes Jahr in der Länggasse. Morgen ist nun erstmals ein Perimeter des Stadtteils Mattenhof-Weissenbühl autofrei.

Bei mancher Aktion steht das Velo im Zentrum, einmal mit einer politischen Dimension, die sich auf drei Gemeinden aus­wirken soll: Um 11 Uhr treffen sich an der Ecke Eiger-/Sulgenbachstrasse Ursula Wyss, Katrin Sedlmayer und Andreas Thomann, SP-Gemeinderäte in Bern, Köniz und Ostermundigen. Das letzte gemeinsame Projekt der drei Gemeinden – Tram Region Bern (TRB) – ist 2014 am Volks-Nein der beiden Agglomerationsgemeinden gescheitert.

Nun bekräftigen die drei Politiker mit öffentlichem Handschlag, dass ihre Gemeinden wenigstens mit einer Velohauptroute verbunden werden sollen – einer sicheren, möglichst unterbruchfreien Strecke für Zweiräder. Als Entlastung der Buslinie, die auf dieser Achse verkehrt, wäre dies «eine kostengünstige Alternative», schreiben der VCS und Pro Velo Bern in einer Mitteilung.

Bern–Köniz als Nächstes

Zwischen Bern und Köniz ist das Projekt schon konkret. Nach der Eröffnung der ersten Berner Velohauptroute zwischen Bahnhof und Wankdorf im vergangenen Juni soll die nächste nach Köniz führen. «Ich freue mich, dass wir diese nächste wichtige Verbindung zusammen mit Köniz realisieren können», sagt Ursula Wyss. «Bei der Planung hat sich gezeigt, dass ein gemeinsames Vorgehen über die Gemeindegrenze hinweg in kurzer Zeit zu guten Resultaten führen kann.»

Weniger weit ist die Planung der Ostermundigen-Achse, doch sei man auch hier im Gespräch. «Die Route ist weit oben auf der Prioritätenliste», so Wyss. Nachdem sich die Stimmbürger Ostermundigens im April doch noch für ein Tram entschieden haben, ist diese Achse ohnehin wieder Gegenstand gemeinsamer Planungen. «Dabei haben beide Seiten das Bedürfnis, auch für Velos eine gute Situation zu schaffen.»

«Dranbleiben»

Die Route nach Köniz soll via Hirschengraben, Monbijoustrasse, Eigerplatz und Schwarzenburgstrasse führen. Nach Ansicht David Stampflis, SP-Stadtrat und Präsident von Pro Velo Bern, ist dies «von der Logik her, dass ­Velofahrende möglichst direkte Routen wählen, die richtige Lösung». Die verworfene Alternativroute über den Loryplatz und die Könizstrasse ist bereits velo­freundlicher geworden, seit dort zugunsten einer Kernfahrbahn Parkplätze aufgehoben sind.

Auf der gewählten Strecke via Eigerplatz werden sich laut Stampfli auch mit einer Velohauptroute nicht alle Probleme lösen lassen. «Der Hirschen­graben ist stadtauswärts über die Effingerstrasse-Kreuzung noch lange nicht hauptroutentauglich. Doch insbesondere am Eigerplatz oder im Monbijou erhoffen wir uns deutliche Verbesserungen.»

Stampfli begrüsse, dass etwas ­geschehe: «Lieber pragmatische Lösungen, als dass gar nichts passiert.» Auch die realisierte Route höre im Wankdorf unvermittelt an einer wenig velofreundlichen Stelle auf. «Hier ist es wichtig, dass der Gemeinderat an den ungelösten Problemen dranbleibt.»

GB-Stadträtin Stéphanie Penher, Geschäftsleiterin bei VCS Bern, macht deutlich, dass es mit dem morgigen Handshake nicht getan ist – und dass auch der nächste autofreie Sonntag politisch sein wird. «Das Bekenntnis der drei Gemeinden ist ein wichtiger erster Schritt», sagt sie. Nach der Planung müsse aber die Umsetzung rasch erfolgen. «Wir erwarten am autofreien Sonntag 2017 konkrete Ergebnisse.»

Das Programm vom Sonntag: www.quartierzeit.ch.

Berner Zeitung

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