Velotour auf dem «Grünen Band»

Mit der Veloroute 888 soll das «Grüne Band» um Bern sichtbar gemacht werden. Am Mittwoch radelten die Verantwortlichen erstmals die neu eröffnete Nordschlaufe entlang.

Schöne Fahrten durch das «Grüne Band»: Die Veloroute 888 machts möglich. Fotos: Raphael Moser

Schöne Fahrten durch das «Grüne Band»: Die Veloroute 888 machts möglich. Fotos: Raphael Moser

Julian Seidl

Ein leichter Fahrtwind bläst ins Gesicht, es riecht nach frischem Gras, der Schweiss tropft auf den Lenker, und links unter uns strahlt der Wohlensee in der Mittagssonne. Nach zwei Stunden auf einem Abschnitt der Velo­route 888 «Grünes Band» von Zollikofen nach Wohlen kommt die Gruppe an der Wohleibrücke an.

Am Mittwoch hat die Ge­meinde Wohlen zur Eröffnungsfahrt der Nordschleife der Veloroute 888 eingeladen. Zahlreiche Verantwortliche sind anwesend, darunter der Könizer Gemeinderat Hansueli Pestalozzi (Grüne). «Das war eine wunderschöne Fahrt», lobt er, als er sich vom Drahtesel schwingt.

«Dem Aspekt der Naherholung messen wir grosse Bedeutung bei.»Hansueli Pestalozzi, Gemeinderat Köniz

Initiiert wurde das Projekt «Grünes Band» im Rahmen der Raumentwicklung in seiner Gemeinde. Die Idee überzeugte, und in der Folge setzte sich die Regionalkonferenz Bern-Mittelland mit dem «Grünen Band» auseinander. Heute erstreckt es sich über die Agglo-Gemeinden der Stadt Bern.

Was ist das «Grüne Band»?

Die Agglomeration Bern zeichne sich schon heute durch eine hohe Lebensqualität aus, wie Pestalozzi auf einem Zwischenstopp erklärt. «Mit dem ‹Grünen Band› rund um die Stadt Bern wollen wir diesen Zustand aufrechterhalten», sagt er und merkt an: «Vor allem dem Aspekt der Naherholung messen wir grosse Bedeutung bei. Das ‹Grüne Band› soll die stadtnahe Erholung ermöglichen.» Ausserdem soll es den Übergang von der Stadt zum Land markieren. Den Zugang zum «Grünen Band» ermöglicht die nun er­öffnete 60 Kilometer lange Velostrecke 888.

Doch der neue Veloweg soll nicht einfach zum Radeln da sein: Velofahrerinnen und Velofahrer sollen auch etwas erleben. In Zusammenarbeit mit den Agglo-Gemeinden will die Tourismusorganisation Bern Welcome den Veloweg zu einer Attraktion machen. Zielpublikum seien dabei die sogenannten Fahrradwanderer, sagt Thomas Brudermann, Produktmanager bei Bern Welcome.

«Wer fahrradwandert, hält zwischendurch an und will sich intensiv mit seiner Umgebung auseinandersetzen», sagt er. So seien Infotafeln, Radständer oder auch Liegen auf der Velostrecke geplant. Das Projekt von Bern Welcome könne nur in Zusammenarbeit mit Gemeinden realisiert werden.

«Noch stehen Verhandlungen mit den Beteiligten aus», sagt Brudermann. Intensiv habe sich beispielsweise schon die Gemeinde Köniz mit dem Tourismusprojekt auseinandergesetzt. Geplant sei, die Attraktionen im Verlauf von 2020 aufzubauen, so Brudermann.

Verantwortlich für die Projekte: (v.l.) Hansueli Pestalozzi, Kurt Wenger, Eva Zanetti, Christoph Grosjean, Fritz Beck, Rebecca Müller, Michael Kräuchi, Thomas Brudermann, Fredi Stettler und Adrian Kräuchi.

Unterstützung des Kantons

Auch am Eröffnungsevent anwesend ist Fredi Stettler. Er ist verantwortlich für die Signalisationen beim Velowandern im Kanton Bern. 200 Schilder befinden sich auf dem gesamten Veloweg. Davon 110 auf der 35 Kilometer langen Nordschlaufe. Manche davon hat Stettler selber erneuert. Beim Abschlussapéro an der Wohleibrücke unterhält sich Stettler mit Adrian Kräuchi.

Er ist Geschäftsleiter der Landplan AG, die das Projekt «Grünes Band» mitgeplant hat. Kräuchi und sein Team setzen sich für nachhaltige Landschaftsarchitektur ein. Das «Grüne Band», der Veloweg 888, ist für ihn deshalb ein besonders schönes Projekt: «Wir sind stolz, Teil der Umsetzung zu sein», sagt er. Auch er ist begeistert von der schönen Landschaft, durch die der Veloweg 888 führt: «Ich komme sicher wieder.»

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