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Verdingkind bleibt man ein Leben lang

Das Schicksal eines Verdingkindes hört mit dem Ende der Verdingung nicht auf. Unsicherheit und das Bedürfnis nach Wertschätzung ziehen sich über Generationen. Reden hilft – so auch der Enkelin einer verdingten Schwarzenburgerin.

«Ich glaube, ich hatte keinen Appetit.» Das sagt ein 11-jähriges Mädchen, das kurz zuvor an der Seite eines fremden Mannes in Schwarzenburg über die Strasse, über das Bachbrücklein und über den Bahnhofplatz ging. Ein Mädchen, das soeben einer «Pflegefamilie» übergeben wurde. Für ein so basales Gefühl wie Hunger bleibt in dieser Situation kein Raum. Dass Gefühlen ein «Ich glaube» vorangeht, verwundert nicht, wenn man von der Entmenschlichung und dem Schicksal des Mädchens hört. Es hiess Rosalia Wenger. Sie war ein Verdingkind.

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