Viel Herzblut und fünf Kilometer Seil

Gurnigel

Fritz Wittwer, an der Rennstrecke aufgewachsen, stellt jedes Jahr die Zäune auf, hinter denen auch am kommenden Wochenende die Zuschauer das Gurnigel-Bergrennen mitverfolgen.

Alle Jahre wieder. Fritz Wittwer steckt den Zuschauern des Gurnigelrennens das Terrain ab.

Alle Jahre wieder. Fritz Wittwer steckt den Zuschauern des Gurnigelrennens das Terrain ab.

(Bild: Urs Baumann)

«Wir wissen, wies geht», sagt Wittwer. Jedes Jahr werden die Abschrankungen am gleichen Ort angebracht. «Ausser es gibt neue Befehle von oben. Dann machen wir es halt anders», erklärt der «Zaunchef». Und weil das Team so eingespielt ist, stehen am Mittwochabend alle Zäune. Dann haben die drei Männer zwischen dem Ziel beim Gurnigelbad bis unten zum Start im Dürrbach 300 Pfosten eingeschlagen und fünf Kilometer Seil gespannt.

Schon als Siebenjähriger geholfen

Für Fritz Wittwer und seine Kollegen ist das Gurnigel-Bergrennen Kult. Schon als Siebenjähriger habe er seinem Vater geholfen. Der habe nämlich im Jahr 1969 beim ersten Rennen, bei dem Zuschauer dabei waren, bereits die Zäune aufgestellt. «Im Jahr 1995 habe ich dieses Amt von ihm übernommen», erzählt Wittwer zwischen dem Einschlagen von zwei Pfosten. Er sei sehr stolz, dazuzugehören.

Dies, obwohl er schon lange nicht mehr an der Strecke und auch nicht mehr in Rüti wohnt. «Unser Bergrennen ist zurzeit das einzige in der Schweiz, und wir müssen schauen, dass es immer wieder stattfinden kann.» Bei diesem Thema kommt Fritz Wittwer richtig in Schwung. Er sei halt schon als Kind dabei gewesen. «Wir haben immer geholfen, der Lehrer hat das unterstützt». Er erzählt vom «Fötzele» nach dem Rennen, vom Programm- oder Glace-Verkauf, während die Rennautos über die Gurnigel-Passstrasse donnerten.

Zwei Tage abbauen

Für Fritz Wittwer ist es gar kein Problem, eine Woche seiner Ferien dem Rennen am Gurnigel zu opfern. Denn am Donnerstag vor dem Rennen müssen alle Zäune der Bauern an der Strecke niedergelegt werden, und am Freitag werden vor den zurückversetzten Leitplanken Bretter montiert. Ist das Rennen vorbei, brauchen die Männer um Fritz Wittwer zwei Tage dafür, alles abzubauen und den Bauern die Zäune wieder aufzustellen.

Berner Zeitung

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