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Viel Lob für den Bahnhofplatz nach dem ersten Jahr

Die Geschäftsinhaber in der Christoffelpassage sind zufrieden, und für die Gassenarbeit hat der Umbau die Arbeit erleichtert.

Viele Passanten, gute Geschäfte: Nach dem ersten Jahr sind die Ladenbetreiber in der Christoffel-Passage zufrieden.
Viele Passanten, gute Geschäfte: Nach dem ersten Jahr sind die Ladenbetreiber in der Christoffel-Passage zufrieden.
Susanne Keller

«Das wird ein absoluter Spitzenstandort», prophezeite Mediensprecher Thomas Bornhauser vor der Eröffnung der zweiten Migros-Filiale im Berner Bahnhof. Und Bornhausers Prognose scheint sich zu bewahrheiten: Der Umsatz im 510 Quadratmeter grossen Migros in der neu gestalteten Christoffelunterführung liegt sogar deutlich über den Erwartungen. Zahlen könne er im Moment zwar noch keine nennen, sagt Bornhauser, «aber die Christoffel-Filiale läuft sehr gut».Ähnlich positiv bis gar enthusiastisch tönt es auch bei anderen Ladenbetreibern. «Unsere Erwartungen wurden übertroffen», sagt Anita Fankhauser, Filialleiterin des Modelabels Street One. Als «durchwegs positiv» bewertet Oliver Morf, Geschäftsführer von Blume 3000, den Standort. Und beim Augenschein an einem Dienstagnachmittag ist Coiffeur Lüdi ausgebucht.5 Millionen Mieteinnahmen16 Ladenflächen vermietet die Stadt Bern in der Christoffelpassage. Alle waren lange vor der Eröffnung der sanierten Unterführung Ende Mai 2008 vergeben und hätten laut Finanzdirektorin Barbara Hayoz gar «zwei bis drei Mal vermietet werden können». Wechsel hat es im ersten Jahr keine gegeben – was bei den happigen Mieten keine Selbstverständlichkeit ist. 5 Millionen Franken pro Jahr nimmt die Stadt durch die Vermietung der Verkaufsflächen ein.Stadt führt WartelisteNach wie vor möchten mehr Geschäfte in die Christoffelpassage einziehen, als dort Platz haben. «Wir führen eine Warteliste», sagt der städtische Liegenschaftsverwalter Fernand Raval. Von den aktuellen Mietern habe die Stadt gute Rückmeldungen erhalten. «Es ist uns gelungen, bezüglich Sauberkeit und Sicherheit die Situation in der Christoffelunterführung stark zu verbessern.» Dies wird auch vom städtischen Gassenprojekt Pinto (Prävention, Intervention, Toleranz) bestätigt (siehe Kasten unten).Von den Ladenbetreibern sehen das nicht alle so: «Die Randständigen halten sich zwar nicht mehr in Gruppen in der Passage auf, kommen aber vermehrt in die Geschäfte», sagt Sigrid Abay, Filialleiterin des Kosmetikgeschäfts L’occitane. Dass der Standort unter der Erde auch Schwierigkeiten mit sich bringt, haben die beiden Geranten des Restaurants Christoffel festgestellt: «Am Abend haben wir eher wenige Gäste», sagt Bruno Graf. Er nimmt an, dass die Lage ganz zuhinterst in der Unterführung nicht jedermanns Sache ist. Bleiben wollen Graf und sein Co-Leiter Heinz Meister trotzdem. Künftig wollen sie aber «einfacher und gutbürgerlich» kochen, weil das besser zum Standort passe.

Randständige vermehrt im Alkistübli

Ein Jahr nach der Eröffnung der sanierten Christoffelunterführung ziehen auch die Gassenarbeiter von Pinto eine positive Bilanz: Die Situation in der Bahnhofpassage habe sich stark verbessert, sagt Leiter Silvio Flückiger. «Drogenabhängige und Alkoholiker halten sich nicht mehr in der Christoffelunterführung auf.» Vor dem Umbau seien beispielsweise beim Abgang vom Burgerspital regelmässig Drogen konsumiert worden.

Beim Aufgang in die Neuengasse oder bei der Heiliggeistkirche würden sich zwar heute noch Randständige treffen, «aber die Gruppen sind viel kleiner als früher und damit meist problemlos». Die Szene habe sich allgemein verkleinert, seit der Treffpunkt beim Stein in der Christoffelpassage weggefallen sei, sagt Flückiger. Die Leute hätten sich arrangiert und hielten sich vermehrt im Alkistübli oder anderen Räumen auf, welche ihnen zur Verfügung stehen. Das sei nicht nur für die Betroffenen angenehmer, sondern erleichtere auch die Arbeit von Pinto, betont Flückiger: «In der Christoffelunterführung herrschte häufig eine hektische und aggressive Stimmung – heute können wir mit den Leuten in einem ruhigeren Rahmen reden.»

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