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Vier Jahre Freiheitsstrafe für den Bombenbastler

Das Regionalgericht Biel hat einen 75-jährigen Italiener zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann wollte im September 2015 mit selbstgebastelten Bomben das Restaurant Bahnhof in Büren in die Luft jagen.

Bereits um 8.15 Uhr am Freitagmorgen (18.9.2015) musste die Polizei wegen einer Schiesserei in Büren ausrücken...
Bereits um 8.15 Uhr am Freitagmorgen (18.9.2015) musste die Polizei wegen einer Schiesserei in Büren ausrücken...
Arthur Sieber
...und zwar zum Restaurant Bahnhof, wo zwei Männer in einen Streit verwickelt gewesen waren.
...und zwar zum Restaurant Bahnhof, wo zwei Männer in einen Streit verwickelt gewesen waren.
Google Street View
Der Polizeieinsatz rund um den Gegenstand ist immer noch in Gange.
Der Polizeieinsatz rund um den Gegenstand ist immer noch in Gange.
Arthur Sieber
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Ein heute 75-jähriger Italiener ist am Donnerstag vom Regionalgericht in Biel zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Mann wollte im September 2015 mit selbstgebastelten Bomben das Restaurant Bahnhof in Büren in die Luft jagen.

Soweit kam es aber glücklicherweise nicht. Vor dem Gebäude traf der Mann auf seinen Sohn. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung. Als der Vater einen Revolver zog, um sich Nachachtung zu verschaffen, versuchte der Sohn, ihm die Waffe zu entwinden. Dabei löste sich ein Schuss, welcher in den Terrassenboden einschlug.

Der Sohn konnte den Vater niederringen und festhalten bis die Polizei eintraf. Diese entdeckte in einer Sporttasche vier Ein-Kilo-Bomben in Konservendosen und einer Flasche. Deshalb sperrte sie die Bahnlinie und die umliegenden Strassen. Vor Gericht wollte sich der Italiener nicht mehr zu den Vorfällen äussern.

Zerstörung des Hauses als Ziel

Das in Fünferbesetzung tagende Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann das Haus zerstören wollte, weil ihn die von ihm gerichtlich getrennte Ehefrau dort nicht mehr wohnen lassen wollte. In der ersten Einvernahme habe der Festgenommene dies mehrmals gesagt.

Auch habe er sich dahingehend geäussert, dass er das Haus in die Luft gesprengt hätte, egal welche Leute sich drin befunden hätten. Also habe der Beschuldigte den Tod der Ehefrau in Kauf genommen, befand das Regionalgericht Berner Jura-Seeland. Es verurteilte den Angeklagten wegen Vorbereitungshandlungen zur vorsätzlichen Tötung und zur Brandstiftung, Gefährdung des Lebens sowie Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz. Dafür erachtete es eine Freiheitsstrafe von vier Jahren als angemessen.

Ausserdem fällte das erstinstanzliche Gericht eine auf vier Jahre bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 30 Franken und eine Busse von 300 Franken aus. Mit seinem Urteil liegt das Gericht zwischen den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Für Staatsanwaltschaft war es geplanter Mord

Die Staatsanwältin erkannte in der Tat gar Vorbereitungshandlungen zu einem Mord und verlangte eine Strafe von fünfeinhalb Jahren. Der Mann habe sich als regelrechter «Padrone» aufgespielt und von der Familie absoluten Gehorsam verlangt. Zudem sei er wegen häuslicher Gewalt vorbestraft.

Der amtliche Verteidiger hingegen beantragte lediglich eine Strafe von 30 Monaten, davon 18 unbedingt. Der Mann habe das Restaurant seinerzeit mit seinem Pensionskassengeld gekauft und es als ungerecht empfunden, dass ihn die Frau nach der Trennung aussperrte.

Er habe seine Ehefrau nicht töten, sondern nur das Haus unbewohnbar machen wollen. Die Bomben habe der Mann schliesslich gar nicht gezündet, obwohl er mehr als ein Stunde vor Ort war. Also könne man davon ausgehen, dass er auf die geplante Tat von sich aus verzichtet habe.

Die Bomben hatte der Beschuldigte in seiner Wohnung in Süditalien hergestellt. Ob die Zündschnur zur Auslösung ausgereicht hätte, ist laut dem als Zeugen einvernommenen Spezialisten der Berner Kantonspolizei unklar. Die kontrollierte Sprengung in einer Kiesgrube habe eine massive Explosion verursacht.

Der verurteilte Italiener bleibt wegen Fluchtgefahr in Sicherheitshaft.

SDA/ngg

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