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Vom Hügel auf den Sechstausender

«Höher und höher» heisst das neue Buch von Ruedi Horber. Der Initiant des Klettersteigs Gantrisch stellt darin 90 Bergtouren vor, die Lust auf Wandern und Klettern machen sollen.

Ruedi Horber ging schon als Vierjähriger auf Klettertour.
Ruedi Horber ging schon als Vierjähriger auf Klettertour.
Raphael Moser

Wenn es um die Aufzeichnungen seiner Bergtouren geht, ist Ruedi Horber ein genauer Mensch. Seit Jahrzehnten führt er Buch über jede Berg- oder Klettertour, die er unternommen hat. Erstmals tat er das im Jahr 1955, da war der gebürtige Zuger vier Jahre alt und stieg mit seinen Eltern auf den Fronalpstock.

Im selben Jahr folgten die Rigi, der Wildspitz und andere Innerschweizer «Hügel». «Ich rekonstruierte diese Wanderungen mit meinen Eltern und schrieb sie in mein Tourenbuch, jede einzelne», sagt er. Etliche Touren kommen in seiner Statistik gleich mehrmals vor, etwa die Besteigung des Gantrisch oder seines Lieblingsberges, des Niesen. «So kann ich heute die Touren zum Niesen zählen.

Gut habe ich über all die Jahre alles aufgeschrieben. Deshalb war für mein Buch eigentlich alles vorhanden», sagt Horber, der in Niederscherli wohnt und den Klettersteig Gantrisch initiierte, der 2007 eingeweiht wurde.

Ruedi Horbers Tourenbuch ist ein dicker Ordner, der die Basis für sein Buch bildet, das im Oktober erscheinen wird.

Vom Gurten zum Montblanc

Für diese Publikation hat er 90 Touren ausgewählt, die seiner Meinung nach die attraktivsten sind. Nicht wegen der Höhenmeter, nein, er beschreibt nicht nur den Montblanc, sondern auch das Stockhorn und den Gurten.

Ein Berg könne wegen geografischer Besonderheiten, der Ästhetik und der Aufstiegsroute attraktiv sein. «Oder wegen Begebenheiten und Erinnerungen, die mir von der Besteigung geblieben sind», sagt er. Die Auswahl habe er schlussendlich aus dem Bauch getroffen, ganz subjektiv, wie Horber gesteht.

«Die Auswahl der Touren habe ich aus dem Bauch getroffen. Sie ist ganz subjektiv.»

Autor Ruedi Horber

Kein Tourenführer

Der Autor betont ausdrücklich, dass sein Buch kein Tourenführer sei. Zu rudimentär sind die Angaben. Da sind der Name des Berges, dessen Höhe, die Schwierigkeit, die Marschzeit, die Höhenmeter, und, falls bekannt, die Erstbesteigung und wann Horber die Tour machte. Mehr Informationen, wie etwa eine Karte, fehlen aber.

Vorhanden sind dafür Angaben zur Landschaft, zum Ort selber, zum Wetter, zur Geschichte und teilweise eigene Erlebnisse und Anekdoten. Damit erreicht Ruedi Horber sein Ziel, ein Bergbuch herauszugeben, dass die Leser auch unterhält. Übrigens: Bei 59 der 90 Touren war seine Ehefrau Marlen dabei, ebenfalls eine begeisterte Bergsteigerin.

Viersprachiges Buch

Berge in der Schweiz stehen in Horbers Buch im Vordergrund. Aber da der Autor gerne reist, hat er auch Berge in anderen Ländern bestiegen: in Frankreich und Italien, Chile und weiteren lateinamerikanischen Ländern wie Bolivien und sogar in Kuba. Sozusagen als Hommage an diese Länder enthält das Buch deshalb je einen Text in spanischer, italienischer und französischer Sprache – ohne Übersetzung.

Wenn «Höher und höher» kein Tourenführer ist, was ist es dann? Ein Lesebuch? «Es ist ein Buch für alle, die sich für Berge interessieren», sagt Ruedi Horber, der mit seinem Buch auch unterhalten möchte, mit kleinen Episoden und Geschichten, die er in der Bergwelt selber erlebt hat. Oder eben nicht: Im Buch erzählt der Autor von zehn Berggipfeln, die er nicht erreicht oder abgeschrieben hat. Bei einigen wird er es wieder versuchen und sie dann in seinem Tourenbuch verewigen.

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