Vom Seeli und den Sagen

Rüeggisberg

Am Freitagabend feiert der Film «Der weisse Hirsch vom Gantrisch» Premiere. Er führt an verschiedene Orte und in die Sagenwelt des Gantrischgebiets.

Die Filmcrew dreht am Gantrischseeli.

Die Filmcrew dreht am Gantrischseeli.

(Bild: zvg)

Johannes Reichen

Einst wäre das idyllische Gantrischseeli fast ausgetrocknet – doch es wurde gerettet, der Pegel stieg wieder. Das Kässeli von Filmemacher Robin Bezençon war auch mal ziemlich leer – am Ende reichte es dann aber doch für den Dreh. Und so kam Bezençons Film zustande, der unter anderem am kleinen und beliebten Rüschegger See spielt. Nun feiert «Der weisse Hirsch vom Gantrisch» am Freitagabend in Rüeggisberg Premiere. «Ich freue mich sehr darüber», sagt er. Es ist ein Erstlingswerk – aber auch eine Familienangelegenheit.

Bezençon kommt aus Lausanne, ist Schauspieler und Regisseur. Zusammen mit seiner Frau Carmen betreibt er in Wattenwil die Theater- und Schauspielschule Espace Vivant. Sie ist in der Region aufgewachsen, genauer in der Dittligmühle in Längenbühl, wo sie heute den Betrieb leitet. Er wiederum ist Zahntechniker und betreibt in Längenbühl ein Labor. «Meine Welt ist das Theater und jetzt das Kino.»

Wichtige Sagen

Mit seinem Labor gewann Bezençon 2014 den Gantrisch-Innovationspreis und damit einen Werbefilm. So kam er in Kontakt mit Simon von Niederhäusern, der in Wichtrach die Firma Filmaare betreibt. Sie hatten die Idee, einen Spielfilm zu drehen. Das Drehbuch schrieb Carmen Bezençon – welche mit der Dittligmühle 2016 ebenfalls den Innovationspreis gewann. Sie ist auch Produzentin des Films.

Der Titel geht auf die Sage des «weissen Hirschs» zurück. Hier kommt nun der «Sagenwanderer» Andreas Sommer ins Spiel, der sich mit den Legenden im Gantrischgebiet auskennt und sie in mehreren Büchern aufgeschrieben hat. Zentral für den Film ist auch die Sage von «Helva und das Zaubernetz». Im Film vermischen sich diese Geschichten mit der Realität.

Fauler Zaubertrank

Der Film beginnt am Gantrischseeli mit einem Fest einer Gruppe Jugendlicher. Lea, ein Mädchen, dass gerne Zauberin werden möchte, braut einen Zaubertrank. Ihre Kollegin Isa trinkt davon, fällt ins Koma, landet im Spital Riggisberg. Da erinnert sich Lea an Crassus (der von Sagenwanderer Sommer gespielt wird), den Diener der Feenkönigin Helva. Crassus erzählt ihr und ihren Freunden die Geschichte des weissen Hirschs, der Menschen in Not hilft. Ihn muss Lea finden.

Zwei Jahre arbeitete Regisseur Bezençon an seinem nun 60-minütigen Werk. Die zweiwöchigen Dreharbeiten fanden im vergangenen Jahr statt. Neben dem Gantrischseeli spielt der Film im Spital Riggisberg, auf der Grasburg bei Schwarzenburg, in der Schlosschällen am Schwarzwasser und im Cheesereloch am Pfyffe, oberhalb des Ottenleuenbads. «Die Gegend ist sehr wichtig für diesen Film», sagt er.

Viel Unterstützung

«Wir waren sehr gut vorbereitet», sagt Regisseur Bezençon. Doch während des zweiwöchigen Drehs habe man trotzdem immer wieder improvisieren müssen, sich den Gegebenheiten anpassen. Neben den professionellen Schauspielerinnen Anne Hodler und Vreni Brun machten Laien mit – vor allem Jugendliche aus der Region sowie Schüler von Bezençons Theaterschule.

«Wir haben in der Region viel Unterstützung und Goodwill erhalten.»Robin Bezençon, Regisseur «Der weisse Hirsch vom Gantrisch»

Auf die Unterstützung der Schweizer Filmförderung konnte Bezençon für seinen Erstling nicht zählen. Deshalb setzte er auf Crowdfunding. «Wir haben in der Region viel Unterstützung und Goodwill erhalten.» Viele Leute hätten gratis für den Film gearbeitet. «Das hat uns sehr geholfen.»

Und er selbst habe die Region, in der er seit ein paar Jahren lebt, viel besser kennen gelernt.

Vorstellungen: Freitag, 5. Juli 2019, um 21.30 Uhr in der Klosterruine Rüeggisberg (Vorprogramm mit Andreas Sommer um 20.30 Uhr) und ab 24. August im Kino um die Ecke in Belp.www.derweissehirsch.ch

Berner Zeitung

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