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Von Burgern und Bürgern

Die Burgergemeinde Bern gibt keine Empfehlungen für die städtischen Wahlen ab. Sie führt aber alle burgerlichen Kandidatinnen und Kandidaten in einem Brief an die Bernburger auf.

Der einzige Bernburger unter den Stapi-Kandidaten: Alec von Graffenried.
Der einzige Bernburger unter den Stapi-Kandidaten: Alec von Graffenried.
Stefan Anderegg

Bei Alec von Graffenried (GFL) kann man selber draufkommen: Der Mann ist Bernburger. Von Graffenried ist ein Patrizier­geschlecht. Um 1300 erhält die Familie das Burgerrecht der Stadt Bern.

Seit 1352 war sie im Kleinen Rat vertreten und stellte der Stadt Bern bis 1798 vier Schultheissen, elf Venner, fünf Säckelmeister, zahlreiche Ratsmitglieder und Offiziere, wie in der Familiengeschichte zu lesen ist.

Alt-Regierungsstatthalter Alec von Graffenried (GFL) kandidiert für den Gemeinderat und will Stadtpräsident werden. Burgerinnen und Burger, die das noch nicht wussten, konnten es diese Woche in einem Brief lesen.

Darin listet die Burgergemeinde sämtliche burgerlichen Kandi­datinnen und Kandidaten auf. Einen fürs Stadtpräsidium, drei Kandidierende für den Gemeinderat und zwölf Bewerber für den Stadtrat.

Ein «von» im Namen hat nur der Stapi-Kandidat. Die anderen tragen Namen wie Aebersold (Michael, SP, Gemeinderatskandidat), Kohli (Vania und Philip, BDP, kandidieren für Gemeinderat und Stadtrat), Kauer (Marianne, GB, Stadtratskandidatin) oder Widmer (Manuel C., GFL, ebenfalls Stadtrat).

Keine Wahlempfehlung

«Wir möchten Sie ermuntern, von Ihrem Wahlrecht zum Wohle Berns Gebrauch zu machen», heisst es im Schreiben an die Burgerinnen und Burger. Das sei jedoch keine Wahlempfehlung, betont Stefanie Gerber, Sprecherin der Burgergemeinde.

«Wir führen einfach zu Informationszwecken alle burgerlichen Kandidatinnen und Kandidaten auf – egal, in welcher Partei sie sind.»

Die Burgergemeinde verhält sich politisch neutral. Das ist auch vor Abstimmungen so. Bloss einmal, im Jahr 2005, wehrte sie sich mittels Transparent an der Fassade des Burgerspitals gegen die Umgestaltung des Bahnhofplatzes.

Damals sei die Burger­gemeinde von der geplanten und letztlich umgesetzten Verkehrsführung direkt betroffen gewesen, erklärt Gerber.

«Ob Burger Burger wählen, das wissen wir nicht, können und dürfen wir nicht wissen. Es gilt das Stimmgeheimnis.»

Stefanie GerberSprecherin Burgergemeinde

Auch bei den letzten städtischen Wahlen verschickte die Burgergemeinde einen Brief mit den burgerlichen Kandidierenden. Ob das Einfluss aufs Ergebnis hatte, ist nicht klar. «Ob Burger Burger wählen, das wissen wir nicht, können und dürfen wir nicht wissen. Es gilt das Stimmgeheimnis», sagt Gerber.

(mm)

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