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Von Spanien via BEA ins Neufeld

An der BEA präsentiert sich mit Padel-Tennis eine Sportart, die in Spanien gleich nach Fussball kommt. Am Ende der Messe übernimmt der TC Neufeld die Anlage – und will damit ein neues Publikum gewinnen.

Clubpräsident und Importeur: Linard Vital (links) und Thommy Othenin an der BEA.
Clubpräsident und Importeur: Linard Vital (links) und Thommy Othenin an der BEA.
Enrique Muñoz García

Ein wuchtiger Smash, unerreichbar für den Gegner. Doch der Punktgewinn ist dies noch lange nicht: Der scheinbar ausgespielte Gegner dreht sich und schaut zu, wie der Ball vom Boden an die Rückwand und von dort zurückspringt – und spielt ihn übers Netz. Weiter gehts.

Padel-Tennis heisst der Sport, der an der BEA in der BEActive-Zone angeschaut und ausprobiert werden kann. In der Schweiz ist diese Mischung aus Tennis und Squash erst seit vier Jahren an­zutreffen, in den letzten zwei Jahren entstanden – hauptsächlich im Raum Zürich – rund zehn neue Plätze. Von Bern aus liegt der nächste Court in Murten. Noch.

Sozial, ökonomisch, ökologisch

In Spanien, wo sich Padel-Tennis hinter Fussball zum Volkssport Nummer zwei entwickelt hat, gibt es vier Millionen Aktive. In Frankreich investiert der ehemalige Tennisprofi Henri Leconte in Padel-Tennis-Anlagen, in Schweden Fussballstar Zlatan Ibrahimovic. Und nun soll Padel-Tennis auch in Bern etabliert werden: Der Tennisclub Neufeld übernimmt den BEA-«Käfig» am Ende der Messe. Vorerst als zehnmonatiges Pilotprojekt angelegt, kann also in der Länggasse schon bald Padel-Tennis gespielt werden. Weil es sich um eine mobile Anlage handelt, wäre das Angebot auch langfristig mit der Schwimmhalle vereinbar, die ebenfalls im «Sportcluster» Neufeld gebaut wird.

Linard Vital, der Präsident des TC Neufeld, verspricht sich viel davon. «Wie bei fast allen Tennisclubs sind auch bei uns die Mitgliederzahlen stagnierend oder leicht rückläufig», sagt er. Deshalb ist der Club daran interessiert, zusätzliche Nutzerinnen und Nutzer auf seine Anlage zu holen. Diese umfasst heute acht Tennisplätze, nach dem Bau der Schwimmhalle blieben sieben, mit einem Padel-Court noch sechs. Diskutiert wird weiter eine Pétanquebahn, die auch dazu beitragen könnte, dass der Tennisclub eine polysportive Anlage für die ganze Bevölkerung wird.

Das Spiel zu viert sei nicht nur sozial attraktiv, sondern auch ­angesichts des knappen Bodens in der Stadt, sagt Vital. «Weil das Feld halb so gross ist wie ein Tenniscourt, spielen beim Padel-Tennis im Normalfall viermal mehr Personen auf der gleichen Fläche als im Tennis.» Und auch öko­nomisch sei eine Padel-Tennis-Anlage interessant: «Die Anschaffung kostet rund 25 000 Euro, darüber hinaus gibt es kaum Unterhaltskosten – im Gegensatz zu unseren Sandplätzen.»

Ob der TC Neufeld die Investition stemmen will, werden dessen Mitglieder entscheiden. Während des Pilotprojekts wird Thommy Othenin den Court betreiben. Er importiert Anlagen aus Spanien und promotet Padel-Tennis in der Schweiz. «Wir teilen uns das Risiko, und falls wir die Anlage übernehmen, profitieren beide Seiten», sagt Vital.

Niederschwellig

Padel-Tennis sei bei Fussballern als Komplementärsport «extrem beliebt». Vital hofft, dass diese auch in Bern «auf den Zug aufspringen» – und mit ihnen andere Sportler, Vereine, Firmen und Kleingruppen. «Man kann die Anlage nicht nur stunden-, sondern auch halbtageweise mieten und sich in unserem Restaurant verköstigen lassen.» Ein intelligentes Reservationssystem soll auch Einzelspielern helfen, eine Viererrunde zu organisieren.

Padel-Tennis ist laut Vital – besonders im Vergleich mit dem aufwendigen Tennis – sehr niederschwellig. Angespielt etwa wird von unten – der Aufschlag, beim Tennis eine ewige Baustelle, ist deshalb kein Faktor. «Man ist relativ schnell auf einem Niveau, auf dem das Spiel richtig Spass macht.» Dies gelte auch dann, wenn Spieler unterschiedlichen Niveaus gegeneinander anträten, man könne sehr schnell spielen, aber auch langsam. Zudem sei der Untergrund, ein robuster Teppichboden, gelenkschonend.

Fast klingt Vital wie ein Verkäufer an einem BEA-Stand. Doch das Produkt, von dem er schwärmt, ist bereits vergeben: an ihn und den Tennisclub Neufeld.

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