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Vorzeigesiedlung bereits zwei Jahre verzögert

Die Überbauung Hertenbrünnen in Schliern ist weiterhin blockiert. Die Beschwerde in nun vor Bundesgericht hängig.

Die Profile stehen schon lange, das Gesuch war sistiert. An dieser Hanglage in Schliern sollen 86 Wohnungen gebaut werden.
Die Profile stehen schon lange, das Gesuch war sistiert. An dieser Hanglage in Schliern sollen 86 Wohnungen gebaut werden.
Iris Andermatt

Letzte Woche liess Gemeindepräsident Luc Mentha (SP) vor den Medien Hoffnung aufkommen. Bei der von einer Beschwerde blockierten Siedlung Hertenbrünnen in Schliern zeichne sich eine Lösung ab. Unter seiner Leitung hätten konstruktive Gespräche stattgefunden. Bei der Wohnsiedlung an der Talboden- und an der Muhlernstrasse sind 14 Mehrfamilienhäuser mit 90 Wohnungen geplant.

Tatsache ist: Das Baubewilligungsverfahren ist noch hängig und es ist derzeit ungewiss, wann Investor Frutiger AG bauen darf. Denn der Anwohner, der sich gegen die Wohnsiedlung wehrt, hat die Beschwerde ans Bundesgericht weitergezogen. Dies, nachdem er vor Verwaltungsgericht abgeblitzt war. Das Verwaltungsgericht hatte dem Könizer Gemeinderat Recht gegeben. Der Anwohner beanstandet unter anderem die grosszügigere Bemessung der Attikageschosse. Der Gemeinderat hatte in Eigenregie grünes Licht gegeben für diese Änderung des Baureglements. Denn er stufte sie als geringfügig ein. Der Anwohner glaubt aber, der Gemeinderat hätte nicht selber entscheiden dürfen.

Das Bauvorhaben ist bereits jetzt um zwei Jahre verzögert. Wann das Urteil in Lausanne gefällt wird, ist derzeit unklar. Die gute Nachricht: Der Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen, das Baubewilligungsverfahren kann vorwärts getrieben werden. «Ich hoffe, dass die Bauarbeiten noch im 2010 beginnen können», sagt Planungsdirektorin Katrin Sedlmayer (SP).

Grosser Bedarf an Wohnungen

Die Parzelle im Gebiet Hertenbrünnen ist Gemeindeland. Die Verzögerung kommt Köniz daher teuer zu stehen. Ihr entgehen die Einnahmen aus den Baurechtszinsen. Der Ausfall geht bereits in die Hunderttausende von Franken. Auch Bauherrin Frutiger AG kommen wegen der Verzögerung Einnahmen abhanden. Dies, zumal in der Region Bern ein grosser Bedarf an Wohnungen herrscht und sich der Standort an sehr gut erschlossener Lage befindet.

Für die Siedlung war 2006 ein Projektwettbewerb durchgeführt worden. Das siegreiche Projekt des Büros Aebi & Vincent, Bern hat vor knapp zwei Jahren den mit 250 000 Franken dotierten kantonalen Wettbewerb ESP Wohnen gewonnen. Eingereicht werden konnten für den Wettbewerb kreative und innovative Wohnbauprojekte in städtischen Agglomerationen oder ländlichen Zentren mit einer Mindestgrösse von 60 bis 100 Wohnungen. Der kantonale Preis sei «äusserst grosszügig und ein echter Anreiz für uns», sagte damals Gemeindepräsident Mentha optimistisch. Man werde das Geld in die Kinderfreundlichkeit der Überbauung investieren.

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