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Warum losfahren bei Rot manchmal sicherer ist

Fakt ist: Nicht alle Velofahrer halten sich an die Regeln im Strassenverkehr, fahren bei Rot über die Kreuzung oder benutzen das Trottoir. Umstritten ist: Brechen sie diese Regeln quasi zu Recht, weil es für ihre eigene Sicherheit besser ist?

Eigentlich eine simple Situation: Auf dem Nordring  führen nach der Lorrainebrücke  eine Autospur und ein Velostreifen parallel stadtauswärts. Vor dem Rechtsabbieger in die Breitenrainstrasse (Bild) steht eine Ampel, welche für Auto- und Velofahrer gilt. Schaltet die Ampel auf Grün, kommt es regelmässig zu Konflikten zwischen geradeaus fahrenden Velos und abbiegenden Autos. Viele Velofahrer taxieren das  Losfahren bei Rot deshalb als die sicherere  Variante.  An dieser eigentlich simplen Kreuzung wurden schon verschiedene Lösungen ausprobiert.  So gab es zeitweilig eine spezielle Veloampel, als der Verkehr von der Lorrainebrücke noch zweispurig an die Kreuzung geführt wurde. Aus  zwar  einleuchtenden,   in der Praxis aber auf die Schnelle nicht erfassbaren Sicherheitsüberlegungen hatten geradeaus fahrende Fahrräder rot, während geradeaus fahrende Autos grün hatten. Dass sich nicht alle Velofahrer daran hielten, liegt auf der Hand.
Eigentlich eine simple Situation: Auf dem Nordring führen nach der Lorrainebrücke eine Autospur und ein Velostreifen parallel stadtauswärts. Vor dem Rechtsabbieger in die Breitenrainstrasse (Bild) steht eine Ampel, welche für Auto- und Velofahrer gilt. Schaltet die Ampel auf Grün, kommt es regelmässig zu Konflikten zwischen geradeaus fahrenden Velos und abbiegenden Autos. Viele Velofahrer taxieren das Losfahren bei Rot deshalb als die sicherere Variante. An dieser eigentlich simplen Kreuzung wurden schon verschiedene Lösungen ausprobiert. So gab es zeitweilig eine spezielle Veloampel, als der Verkehr von der Lorrainebrücke noch zweispurig an die Kreuzung geführt wurde. Aus zwar einleuchtenden, in der Praxis aber auf die Schnelle nicht erfassbaren Sicherheitsüberlegungen hatten geradeaus fahrende Fahrräder rot, während geradeaus fahrende Autos grün hatten. Dass sich nicht alle Velofahrer daran hielten, liegt auf der Hand.
Stefan Anderegg
Um den Einsteigekomfort für Trampassagiere zu erhöhen, werden immer mehr sogenannte Kaphaltestellen gebaut: Diese führen direkt ans Trottoir heran, das zudem erhöht wird. Zwischen  Trottoir und Schiene bleibt nur ein gefährlich schmaler Streifen. Velofahrer weichen darum auf das Trottoir aus. Am Kornhausplatz ist das sogar die offizielle Route: Die stark frequentierte Fussgängerzone ist mit «Velo gestattet» signalisiert. Trotzdem kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Fussgängern und Velofahrern
Um den Einsteigekomfort für Trampassagiere zu erhöhen, werden immer mehr sogenannte Kaphaltestellen gebaut: Diese führen direkt ans Trottoir heran, das zudem erhöht wird. Zwischen Trottoir und Schiene bleibt nur ein gefährlich schmaler Streifen. Velofahrer weichen darum auf das Trottoir aus. Am Kornhausplatz ist das sogar die offizielle Route: Die stark frequentierte Fussgängerzone ist mit «Velo gestattet» signalisiert. Trotzdem kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Fussgängern und Velofahrern
Stefan Anderegg
Eine komplizierte Situation mit diversen Einspurvarianten. Elf Jahre lang hat Pro Velo dafür gekämpft, dass die Velofahrer auf der Laupenstrasse stadtauswärts eine eigene Ampel erhalten. Bis es 2006 so weit war, fuhren ortskundige Velofahrer, welche auf die linke Spur wechseln wollten,  bei Rotlicht los. Denn sie wussten, dass dies völlig gefahrlos war, weil die Autos in der gleichen Richtung viel länger Rot hatten, damit sie den Stauraum weiter vorne an der Kreuzung nicht belegten.
Eine komplizierte Situation mit diversen Einspurvarianten. Elf Jahre lang hat Pro Velo dafür gekämpft, dass die Velofahrer auf der Laupenstrasse stadtauswärts eine eigene Ampel erhalten. Bis es 2006 so weit war, fuhren ortskundige Velofahrer, welche auf die linke Spur wechseln wollten, bei Rotlicht los. Denn sie wussten, dass dies völlig gefahrlos war, weil die Autos in der gleichen Richtung viel länger Rot hatten, damit sie den Stauraum weiter vorne an der Kreuzung nicht belegten.
Stefan Anderegg
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Dieser Artikel gab zu reden: Über 60 Prozent aller Unfälle, bei denen Velofahrer beteiligt waren, wurden von den Velofahrern selbst verursacht. Diese Zeitung berichtete am Mittwoch über eine entsprechende Statistik der Kantonspolizei – mit der Schlussfolgerung, dass Velofahrer also häufiger Täter als Opfer sind. In Dutzenden von Kommentaren auf dem Internetportal Bernerzeitung.ch flammte der Konflikt zwischen Velo- und Autofahrern auf.

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