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Warum Zwang von oben für die Fass-Bar heilsam war

Dem Kulturzentrum Reitschule drohen Zwangsmassnahmen. Was bedeutet das für einen Betrieb? Bei der Fass-Bar in der Altstadt entschärften sie die früher unhaltbaren Zustände. Der heutige Betreiber kann mit den Einschränkungen leben.

Die Fronten waren verhärtet. Anwohner und Betreiber der Fass-Bar an der Gerechtigkeitsgasse 49 in der Stadt Bern piesackten sich, wo es ging. Dann verordneten die Behörden Zwang: Keine Überzeitbewilligungen mehr, keine After-Hours und Security am Eingang des Kellerlokals. Solche oder ähnliche Zwangsmassnahmen beantragt die Stadt auch für das Kulturzentrum Reitschule (vergleiche Box).

Jene bei der Fass-Bar hatten Folgen: Der Betreiber strich die Segel und verschacherte die Bar an André Brechbühl. Der 28-jährige Elektriker aus dem Emmental erfüllte sich einen lang gehegten Wunsch und landete unvorbereitet in einem Wespennest: «Ich wusste nichts von der Vorgeschichte», sagt er rückblickend. Mit seiner aufrichtigen Art holte er sich den Goodwill der Hausbesitzer und der Nachbarn zurück. Mittlerweile machte der Regierungsstatthalter gar einen Teil der Zwangsmassnahmen rückgängig. «Wir können nun wieder 24 Mal pro Jahr bis um halb vier Uhr morgens geöffnet haben», erzählt Brechbühl, das sei wichtig für einen rentablen Betrieb. Mit den anderen beiden Einschränkungen kann er leben: «After-Hours gehören nicht hierhin», ist er überzeugt. Und den Sicherheitsdienst löst er, indem eine Person mehr arbeitet. So kann er selber oben auf der Gasse für Ordnung sorgen. Und die ist ihm wichtig. Um den frischen Wind, der im Lokal seit 2009 weht, auch augenfällig zu machen, hat Brechbühl den Namen des Lokals zu «die neue Fass-Bar» modifiziert.

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