Weltraumchefs landen im heissen Bern

Bern

Am dreitägigen Wissenschaftsfest «Bern im All» nimmt eine hochkarätige internationale Delegation teil. Zu ihr gehört der Berner Wissenschaftsdirektor der Nasa, Thomas Zurbuchen.

An diesem Wochenende feiert die Uni Bern das Jubiläum der Mondlandung. Auch für die Bevölkerung gibt es einiges zu sehen.

«Wenn man Weltraumforschung betreibt, ist man auf die wichtigsten Partner weltweit angewiesen», sagte Unirektor Christian Leumann an der gestrigen Medienorientierung, «und wir sind stolz, dass sie heute hier sind.» In Bern sind: die Wissenschaftsdirektoren der amerikanischen und europäischen Weltraumorganisationen Nasa und ESA, Thomas Zurbuchen und Günther Hasinger, sowie Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Raumfahrt.

Männer im Mond. Christian Leumann (links), Rektor der Universität Bern, und Thomas Zurbuchen, Wissenschaftschef der Nasa, gestern vor den Medien. (Foto: Christian Pfander)

«Die ESA steht auf den Schultern von Riesen, und einer dieser Riesen ist die Universität Bern», meinte Günther Hasinger. Im Herbst 2018 sei die Mission Beppi Colombo zum Planeten Merkur gestartet, «mit fantastischen Instrumenten der Uni Bern».

«Die Berner sind oft zu demütig, ich bin froh, dass dieses Jubiläum gefeiert wird, die ganze Welt würde das tun.»Thomas ZurbuchenWissenschaftsdirektor Nasa

Vor einer Woche habe die ESA entschieden, nach der erfolgreichen Mission Rosetta (zum Kometen Chury) nochmals zu einem Kometen zu fliegen. «Wir wissen noch nicht, zu welchem, und möchten gern zu einem bisher unentdeckten. Wenn wir Glück haben, finden wir einen, der von einem anderen Stern kommt.»

Auch Nasa-Chef Zurbuchen gab eine neue Mission bekannt: «Wir werden zum Saturnmond Titan fliegen.» Dort soll mittels einer Drohne seine Beschaffenheit untersucht werden. Für die Nasa sei auch die Erde ein Objekt wissenschaftlicher Untersuchungen. Mit Satelliten könnten beispielsweise die Bewegungen von Sand oder Veränderungen der Eisschilde eruiert werden, die Einfluss auf unser Klima hätten.

Reden auf dem Bundesplatz

Thomas Zurbuchen wird morgen Sonntag (12.20 Uhr) im «Weltraumdorf» auf dem Bundesplatz einen kurzen Vortrag für das Publikum halten. Er gratulierte am Donnerstag der Uni Bern, dass sie zur Erinnerung an das Sonnenwindsegel-Experiment auf dem Mond vor 50 Jahren nun ein Wissenschaftsfest auf die Beine stellt.

«Die Berner sind oft zu demütig, ich bin froh, dass dieses Jubiläum gefeiert wird, die ganze Welt würde das tun», sagte der Nasa-Chef. Kurz reden werden auch ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner (11.20 Uhr) sowie die Berner Weltraumforscherin Kathrin Altwegg (um 12.40 Uhr).

Im Raketenkubus sieht es aus wie in einem Cockpit. (Foto: Iris Andermatt)

Reise durchs Sonnensystem

Nebst diversen Ständen für Food und Drinks steht auf dem Bundesplatz auch ein Raketenkubus. Tritt man dort ein, wähnt man sich in einem überdimensionierten Cockpit einer Rakete. Bundeshaus, Kantonalbank und Bärenplatz sind auf Grossleinwand projiziert.

Nach gesprochenen Einführungen zum Sonnensystem erfolgt der Countdown. Dann dröhnt es, die Rakete wird gezündet und hebt scheinbar ab. Bern wird optisch kleiner und kleiner, bald sieht man die Erdkugel, der Flug geht an Mond und Mars vorbei bis zum Jupiter. Und retour. Die eindrücklichen Bilder sind keine Fantasie, sondern Aufnahmen von ESA und Nasa.

Der Raketenkubus ist bis Donnerstag, 4. Juli, von 10 bis 20 Uhr für das Publikum kostenlos zugänglich.

Das ganze Festprogramm unter: www.Bern-im-All.ch.

Berner Zeitung

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