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«Wer hier wohnt, ist Teil der Lösung»

Im Ried wird derzeit ein neues Dorf gebaut. Auch dort soll es ein Vorzeigequartier geben.

1'000 nachhaltige Wohnungen sollen im Ried bei Niederwangen enstehen.
1'000 nachhaltige Wohnungen sollen im Ried bei Niederwangen enstehen.
zvg

Was in Worblaufen geplant wird, soll bald auch in Köniz Realität werden – als Teil der neuen Mega-Siedlung, die sich derzeit im Ried bei Niederwangen im Bau befindet. Total 1'000 Wohnungen für 2'500 Menschen entstehen dort etappenweise bis ins Jahr 2028. Von einem Baufeld ist die Gemeinde Köniz Landeigentümerin. Auf diesem Perimeter, der etwa so gross wie vier Fussballfelder ist und rund ein Viertel der ganzen Siedlung ausmacht, will die Gemeinde ein Plusenergiequartier realisieren.

Der Anspruch der Gemeinde ist es, dass das nachhaltige Quartier gleichzeitig auch zum sogenannten 2'000-Watt-Areal wird. Ein solches zeichnet sich dadurch aus, dass jeder Bewohner nicht mehr als 2'000 Watt Energie verbraucht. Diesen dauerhaften Energiebedarf pro Person verträgt die Erde laut Klimaexperten längerfristig, mehr nicht. Zum Vergleich: In der Schweiz beträgt heute der Energieverbrauch pro Person über 6'000 Watt, also das Dreifache.

Wie will die Gemeinde die hochgesteckten Ziele erreichen? «Im Quartier wird die Energie zu 100 Prozent erneuerbar und lokal produziert sein», erklärte Gemeinderat Hansueli Pestalozzi (Grüne) gestern vor den Medien. Fotovoltaikanlagen werde es nicht nur auf den Dächern geben, sie würden teils auch in die Fassade integriert. Und: Um den ökologischen Fussabdruck der Bewohner im Plusenergiequartier klein zu halten, stehen dort auch weniger Autoparkplätze zur Verfügung als in der restlichen Siedlung. «Wer hier wohnt, ist Teil der Lösung der Umweltsituation», so Pestalozzi.

Nebst der energetischen Bauweise soll das Quartier zudem sozial nachhaltig sein. Ein Drittel der rund 250 Wohnungen wird zu diesem Zweck aus preisgünstigen Wohnungen bestehen. Die Gemeinde setzt damit erstmals die Wohninitiative in die Tat um, die vor zwei Jahren vom Stimmvolk angenommen wurde.

Baulich umsetzen wird das Plusenergiequartier – unter den Nachhaltigkeitsbedingungen der Gemeinde – die Immobilienfirma Mobimo. Ihr gibt die Gemeinde ihr Land im Baurecht ab. Im Gegenzug erhält sie von der Investorin rund 650'000 Franken Baurechtszins pro Jahr. Über die Baurechtabgabe hat das Könizer Stimmvolk im Mai noch das letzte Wort. Läuft alles nach Plan, ist das Könizer Vorzeigequartier 2023 bezugsbereit.

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