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Wer kümmert sich um die Kleinen, Kranken und Alten?

Die 19. Tour de Lorraine in und ums Lorrainequartier startet am Donnerstagabend mit dem Thema «Who cares?».

Claudia Salzmann
Kochen, aufräumen und sich kümmern: Dies gehört zur Care-Ökonomie, die an der diesjährigen Tour de Lorraine Thema ist.
Kochen, aufräumen und sich kümmern: Dies gehört zur Care-Ökonomie, die an der diesjährigen Tour de Lorraine Thema ist.
Getty Images

Wer putzt bei Ihnen zu Hause? Wer kocht Ihre Mahlzeiten? Wer schaut zu Ihren kranken Eltern? Solche Fragen wirft der Verein «Tour de Lorraine» auf, der den Event zum 19. Mal durchführt. Who cares – deutsch wer kümmert sich – ist das diesjährige Motto der dreitägigen Veranstaltung. Sie startet am Donnertsagabend im Tojo-Theater in der Reitschule mit einer Podiumsdiskussion und gipfelt am Samstag in 16 Konzerten und Partys in Lokalen in und ums Lorrainequartier.

Dienstleistung am Menschen

Beim Podium diskutiert auch Simona Isler mit. Die Historikerin, Mutter, Gleichstellungsbeauftragte und Hausfrau beschäftigt sich mit der sogenannten Care-Ökonomie, dem Teil der Dienstleistungsbranche, die sich direkt auf Personen bezieht. Der Care-Sektor sei, gemessen an den Arbeitsplätzen, der einzige Sektor, der wachse. Isler nennt als Beispiel die Altenbetreuung. «Wir werden immer älter. Wer diese Pflege- und Betreuungsaufgaben übernimmt und zu welchen Bedingungen, ist eine grosse Frage. Das Thema wird sich zuspitzen», sagt Isler. Als Mitglied beim Netzwerk Wide setzt sie sich mit solchen Care-ökonomischen Fragen auseinander.

In der Care-Ökonomie enthalten sind bezahlte Arbeit, die in Kitas, Altersheimen oder Schulen geleistet wird, aber auch unbezahlte Arbeit im Haushalt. Seit 1995 berechnet das Bundesamt für Statistik (BfS) auch die unbezahlt geleistete Arbeit.

Die Hälfte ist Gratisarbeit

Insgesamt arbeiten Frauen und Männer laut BfS gleich viele Stunden. «Aber Frauen haben pro Jahr 108 Milliarden Franken weniger Einkommen als Männer», sagt Isler. Mehr als die Hälfte aller Arbeitsstunden werden unbezahlt geleistet. Mit diesem Thema nehme die Tour de Lorraine ein brandaktuelles Thema auf, findet Isler. «Es ist wichtig, dass auch diese geleisteten Arbeiten sichtbar werden.» Darüber zu diskutieren, sei ein erster Schritt.

Infos unter: tourdelorraine.ch

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