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Werden Kita-Plätze bald günstiger?

Die Grünliberalen wollen Kita-Plätze mit Gutscheinen vergünstigen. Dies wäre nur mit Maximaltarif sozial, findet das kantonale Sozialamt. Am Donnerstag debattiert der Stadtrat darüber, ob das Finanzierungssystem geändert werden soll.

Sollen Eltern, deren Kinder Kita-Plätze beanspruchen, künftig Gutscheine erhalten?
Sollen Eltern, deren Kinder Kita-Plätze beanspruchen, künftig Gutscheine erhalten?
Keystone

Sollen Eltern künftig Gutscheine erhalten, wenn sie ihr Kind auswärts betreuen lassen? Der Staat würde so Eltern statt Kindertagesstätten (Kitas) unterstützen. Darüber diskutiert am Donnerstagabend das Stadtparlament. Esther Christen vom kantonalen Sozialamt, welches das Kita-Angebot steuert, kann Gutscheinen Vorteile abgewinnen: «Im Unterschied zu heute würden alle Eltern unterstützt, die einen Betreuungsplatz organisiert haben und deren Einkommen unterhalb einer bestimmten Grenze liegt», erläutert sie.

Hingegen wäre das System nur dann sozial, wenn der Staat einen Maximaltarif vorgeben würde, wie Christen sagt. So sei garantiert, dass der Gutschein für arme Familien tatsächlich auch die Kosten abdecken würde. Andernfalls ginge die Kontrolle über die Elterntarife verloren. Der Staat würde laut Christen mit den Gutscheinen die Kaufkraft der Eltern stärken, was die Krippen zu höheren Tarifen verleiten könnte.

Chancengleichheit

Für die grünliberale Stadträtin Kathrin Bertschy, die den Systemwechsel in Bern anregte, ist die soziale Integration zwar erstrebenswert. Ihr geht es jedoch darum, dass die familienergänzende Kinderbetreuung wieder vermehrt erwerbstätigen Eltern dient. «Heute ist das nicht so», stellt sie fest. Zudem will Bertschy gleich lange Spiesse für private Anbieter ohne Leistungsvertrag erreichen. «In der Stadt Bern gibt es zusammen mit den privaten Krippen genügend Betreuungsplätze.» Bertschy geht davon aus, dass durch eine effizientere Platzvergabe die vorhandenen Mittel auch für eine wachsende Nachfrage ausreichen würden. Christens Einwänden entgegnet sie: «Denkbar ist, den Maximaltarif und die geltende Tarifordnung beizubehalten.» Im Extremfall müssen Eltern dann nur 65 Rappen pro Betreuungsstunde bezahlen.

Begrenzter Nutzen

«Modifiziert man das Gutscheinmodell mit solchen Vorgaben, sind wir fast dort, wo wir heute schon stehen», sagt Christen. In der Stadt Bern werden – wie im Kanton – Elterntarife vergünstigt. Allerdings nur in Kitas, welche die Stadt betreibt oder die mit ihr einen Leistungsvertrag haben.

Um den Vorteil von Betreuungsgutscheinen zu übernehmen, schlägt Christen vor, könnte auch das heutige System angepasst werden: Wer mit einem sehr kleinen Einkommen auskommen muss, hat Anrecht auf Subventionen und damit faktisch auf einen Kitaplatz.

Köniz stellt nicht um

Betreuungsgutscheine werden seit einem Jahr in einem Pilotversuch in Luzern getestet. Es wurden etliche neue Plätze geschaffen, die Kosten stiegen aber ebenfalls. Um Härtefälle zu vermeiden, wurden in einem Drittel der Fälle Sonderregelungen nötig. Köniz lehnte erst kürzlich eine Umstellung auf das Gutscheinmodell ab (wir berichteten). In der Stadt Bern wollen GLP, GFL/EVP, FDP und BDP/CVP mit einer Motion erreichen, dass das Luzerner Beispiel Schule macht. Der Gemeinderat möchte das Begehren nur als unverbindliches Postulat entgegennehmen.

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